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Der Totentanz : seine Entstehung und Entwicklung / Gert Buchheit
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Zwei davon sind ohne Datum überliefert; eine ist 1446, eineandere 1448 geschrieben; die fünfte ist mit einer Handschriftvon 1447 zusammengebunden. Keine dieser Handschriften ent-hält Bilder, doch geht aus der letztgenannten mit Bestimmt-heit hervor, daß beabsichtigt war, Illustrationen hinzuzufügen,was jedoch, wie so oft in mittelalterlichen Handschriften, ausirgendwelchen Gründen unterblieben ist. Da wir annehmendürfen, daß auch B il d er h and Schriften existiert haben, undzwar schon zu einer Zeit, wo das Klingenthaler Gemälde nochgar nicht vorhanden war, so entsteht die Frage, ob der Schöpferdes Klingenthaler Wandbildes wohl selbständig den Gedankenfaßte, den Reigentanz in eine Polonaise zu verwandeln oder obihn eine Bilderhandschrift dazu veranlaßte. Denn eine solchekonnte, wie wir gesehen haben, keinen geschlossenen Reigendarstellen; sie mußte, durch das Buchformat gezwungen, denTanz in einzelne Gruppen, d. h in Zwiegespräche zwischendem Tode und seinem Opfer zerlegen. In dieser Beziehungist ein Vergleich zwischen dem Kleinbasler Bilde und den beidenuns erhaltenen Blockbüchern sehr lehrreich.

31) Die unmittelbare Anregung zu seinen Totentanzzeichnun-gen verdankte Holbein dem Großbasler Wandbild. Vielleichterinnerte er sich auch der 1510 entstandenen Todesphantasieseines Landsmannes Hans Burgkmair , deren Erscheinen er alsdreizehnjähriger Knabe in Augsburg erlebt hatte. Bereitsin seiner ersten Schaffensperiode entstand der Entwurf zurDolchscheide, um 1524 das Bilderalphabet. Wann der soge-nannteGroße Totentanz entstanden ist, läßt sich mit Sicher-heit nicht bestimmen. Die Zeichnungen waren jedenfalls schonim Jahre 1526 in den Händen des Holzschneiders Hans Lützel-burger (f 1526) und zum größten Teile druckfertig. Sie er-schienen jedoch erst zwölf Jahre später unter dem TitelSimu-lachres et historiees faces de la mort in der Offizin der BrüderKaspar und Melchior Trechsel. Man hat sich dagegen ge-sträubt Holbeins Holzschnittfolgen mit dem NamenToten-tanz zu bezeichnen. Es kann sich jedoch, meines Erachtens,

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