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dieser Truppengattung viele Regeln, die weiter oben bei derInfanterie vorgekommen, auch mit einiger Modifikation beiihr anwenden lassen. Ein über sein Metier nachdenkenderOffizier, wird sie herauszufinden wissen.
§. 25.
Ich rüge aber hier gleich im Eingänge einen auf derentgegensetzten Art schon bei der Infanterie gerügten Fehler,nämlich: daß man das Plänkern bei den Husaren systemati-scher betreiben, und nicht zugeben müsse, daß einzelne Plän-kerer ganze Bataillons braviren, oder wohl gar stark besetzteDörfer attaquircn dürfen. Man muß hier mit Ernst zuWerke gehen, jede Truppen - Gattung ist nothwendig, aberkeine allein kann den eigentlichen Hebel des Krieges abgeben,und eine jede muß lernen, nach ihrer Bestimmung in denPlan des Ganzen einzugreifen. Wer seine Truppen-Gattungnur immer allein sieht, und die Bewegungen nur immer iso-lirt auf sie berechnet, wird nie zum Anführer eines gemischtenDetaschements tauglich. Die Bemerkung gilt jedoch nichtallein für die Husaren, sondern für alle andere Truppen, undist ein Uebel, worüber fast in allen Armeen geklagt wird.
Ein anderer Fehler der Plänker ist vieles Jagen; kannman aber wohl mit einem müden Pferde die raschen Wen-dungen machen, die bei einem Streit von Mann gegen Mannnöthig sind? Man führe also das Flanquircn auf das ein-fache Prinzip zurück, von dem man bei seiner Einführungausging, nämlich Necognoscircn von Terrain und Feind. Beiden Flanqueurs müssen sich aber zugleich verständige Offizierebefinden, die beides zu beurtheilen verstehen, denn nur durchihren Rapport wird man beurtheilen können, wann undwie die Kolonnen aufmarschircn sollen, und wo die Batte-rien am zweckmäßigsten unseren Absichten und dem Verhält-niß des Feindes gemäß, zu placircn sind. Ein Gegenstand,der sonst aus Verabsäumniß von diesem, dem guten Glücküberlassen geblieben, auch schon manches Kavallerie-Regimentin einen Sumpf geführt hat.