Erstes Buch.
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Wer in einer fremden Sprache schreibt,der muß seine Denkungsart wie ein Liebha-ber zu bequemen wissen. Wer in seiner Mut-tersprache schreibt, hat das Hausrecht einesEhemanns, falls er dessen mächtig ist.
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Ein Kopf, der auf seine eigne Kostendenkt, wird immer Eingriffe in die Sprachethun; ein Autor hingegen, auf Rechnungeiner Gesellschaft, laßt sich die ihm vorge-schriebenen Worte, wie ein Miethsdichter dieEndreime, gefallen, die ihn auf die Gleisederjenigen Gedanken und Meinungen bringen,so sich am besten schicken. Das gemeine We-sen hat mehrentheils für dergleichen gangbareSchriftsteller die Schwäche eines bestalltenSchulmeisters gegen solche Kinder, die fertigaufsagen können.'
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