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S ie Pariser Weltausstellung von 1878 übertraf die von\ 1867 hinsiolitlioh ihres Umfangs in ganz demselbenGrade, wie eben diese die von 1855 übertroffen hatte.pg&jft Nicht nur dass sie in den zahllosen so verschieden-artigen Erzeugnissen der Kunst, der Industrie, derTechnik eine Fülle des Wunderbaren bot, sie selbst war, zuerstin ihrem Werden und dann in ihrer Erscheinung, ein Wunderder Intelligenz und der Energie zu nennen. Wie reich müssendie Hülfsquellen eines Landes sein, das nach so erschöpfendenVerlusten einen solchen Aufwand geistiger und materieller Kraftaufzubieten vermochte ! Kur in einem machte sich der Ein-fluss der Ereignisse fühlbar: von französischer Seite war mehreine glänzende Repräsentation vor den Augen der versammeltenVölker als eine ernste Verarbeitung der Resultate frühererAusstellungen erstrebt worden. Die Mehrzahl der Gewerbe-treibenden zeigte sich von dem einseitigen Wunsche nach Effectbeherrscht, getragen von einem ausserordentlich glücklichenKönnen des Arbeiters, der das Gewagteste unternimmt, um zublenden und zu imponiren. Mit diesem Urtheil soll weder denedleren und gediegeneren Leistungen der französischen Industriezu nahe getreten, noch die reiche künstlerische Begabung desfranzösischen Volkes und das hohe Verdienst seiner Kunstschulenbestritten werden.
Als Wunder der Intelligenz und der Energie erschienen auch,zwar nicht in den Augen der Menge, wol aber in denen derSachverständigen, die Ausstellungsgebäude. Die Architekturhatte an ihnen in der Ueberwindung technischer Schwierigkeitenwie in der Construction und Anordnung das Höchste geleistet;ja die Ausführung derselben unter den bestehenden Verhält-nissen und innerhalb der gegebenen Zeit kann als ein Triumphder praktischen Wissenschaft unserer Tage gelten. Währenddas Gebäude auf dem Marsfelde, das die Erzeugnisse der Gegen-wart aufzunehmen bestimmt war, fast in allen seinen Theilendas Nützlichkeitsprincip vertrat, machte der imposante Rauauf dem Trocadero, dessen Räume den in der Arena des Fort-schritts erschienenen Nationen die Musterarbeiten der Ver-gangenheit als Vorbilder und als Gegenstände nutzbringenderVergleichungen bieten sollten, berechtigten Anspruch auf archi-tektonische Schönheit. Wer die monoton ebene Fläche desMarsfeldes, den zerklüfteten, von Steinbrüchen unterhöhltenHügel des Trocadero achtzehn Monate vor der Eröffnungder Ausstellung gesehen hatte, dem musste das grossartige,wechselvolle und doch harmonische Bild, das diese Gegendwährend der Dauer der Ausstellung zeigte, wie durch einen
Zauberstab geschaffen erscheinen. Trotz der ungünstigenBodenbeschaffenheit und trotz der Nothwendigkeit, den weit-gehendsten Raumansprüchen zu genügen, zeigte der Industrie-palast von 1878 viel mehr architektonischen Charakter als dervon 1867. Es hatte eines bedeutenden Aufgebotes von Ge-schicklichkeit und Talent bedurft, um zu vermeiden, dass diekolossale Masse von Eisen und Glas den schwerfälligen, monotonenEindruck wie 1867 machte, doch war der mächtige Aufschwung,den die Polychromie, die ornamentale Behandlung der Fayence,der Terracotta, sowie die decorative Kunst überhaupt, geradeinnerhalb des letzten Jahrzehnts genommen hat, dem Architektentrefflich zu statten gekommen. Ueber den Stil des Tracadero-palastes ist viel gestritten worden, und in der That ist derselbeso neu oder vielmehr aus so verschiedenartigen Elementen ge-mischt, dass er sich schlechterdings nicht classificiren lässt.Neben den Forderungen der Zweckmässigkeit sind bei diesemBau, der von vorn herein bestimmt war, die Ausstellung zuüberdauern, die der Aesthetik, wo immer möglich, berück-sichtigt worden; für die innere Ausstattung sind die Keramik,die Sculptur, die Wand- und Glasmalerei mit ihren reichenHülfsmitteln eingetreten, und insbesondere haben die Architektenverstanden, die malerischen Reize der Umgebung in ihrenPlan hineinzuziehen.
Obwol diesmal Deutschland, die Türkei und das KaiserthumBrasilien fehlten und obwol der Geschützdonner des orienta-lischen Krieges Europa in Aufregung erhielt, waren über50000 Aussteller und während der Dauer der Ausstellung von194 Tagen 12,624100 Besucher in Paris erschienen. Lehrreich fürden, der die fortschreitende Entwicklung des Ausstellungswesensverfolgen will, ist ein vergleichender Rückblick auf die früherenWeltausstellungen. Die erste in London im Jahre 1851 wurdevon 13937 Ausstellern beschickt, dauerte 141 Tage und wiesdie Zahl von 6,039195 Besuchern auf. In Paris erschienen 185528954 Aussteller und in 200 Tagen 5,162330 Besucher, in Lon-don 1862 28653 Aussteller und in 171 Tagen 6,211103 Besucher,in Paris 1867 42337 Aussteller und in 210 Tagen 8,805991 Be-sucher, in Wien 1873 42584 Aussteller und in 186 Tagen6,740500 Besucher, in Philadelphia 1876 26986 Aussteller undin 159 Tagen 9,857625 Besucher.
Es war natürlich, dass Frankreich auf seinem eigenen Grundund Boden weitaus den grössten Raum (die ganze östlicheHälfte des 750000 Quadratmeter bedeckenden Ausstellungsge-bietes) für nicht weniger als 34000 Aussteller in Anspruch nahm.Nächst Frankreich war England am stärksten vertreten, während