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P. IPSEN’S WITWE, KOPENHAGEN.
Wie mächtig und bedeutend der Ein-fluss eines einzigen Mannes werden kann,das zeigt uns die Kunstindustrie Däne-marks , welche durch die Grösse Thor-
waldsen’s, durch den Idealismus, der sichin seiner Kunstrichtung offenbart, geadeltund von einer geläuterten Kunstanschau-
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ung durchdrungen ist, die sich auch inden Terracotten der weltberühmten FirmaP. Ipsf.n’s Witwe, Kopenhagen, ausspricht.In unserer Abbildung gehen wir eine
kleine Sammlung der in Paris ausgestellten Arbeiten dieser Firma, die, in reinstemKunstgeschmaek gehalten, sich im wesentlichen antiken Vorbildern anlehneu, nament-
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lieh etrurische Gelasse mit feinem Verständnis» nachbilden und dabei auch nordischeMotive verwerthen. Macht sich an diesen Arbeiten eine gewisse Strenge und Ein-
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iächheit geltend, so ist dieselbe doch immer durch edle Schönheit belebt und ent-behrt nicht einer maassvollen Deeoration, die entweder durch Malerei oder durchIlasreliefs erzielt wird.
Die Keramik auf der Weltausstellung.
Wenn die Keramik bezüglich ihrer technischen Verfahrungs-weisen auf das Gebiet der chemischen Gewerbe gehört, so stelltsie doch auch hinsichtlich ihrer ästhetischen Bedeutung einender wichtigsten Zweige des Kunstgewerbes dar; denn von jeherhaben Form und Farbengebung an der Bildung des Thongefässcsgleichen Antheil gehabt wie das Studium des chemischen l’ro-cesses, obwol derselbe bedingend auf die Deeoration einwirkt.Vom praktischen, vom theoretischen und vom historischenGesichtspunkte aus nehmen wir in dem Wesen der keramischenKunst eine Fülle interessanter Momente wahr, um derentwillen
ihre Pflege bei allen gebildeten Völkern eine Stätte gefundenhat. Wir sehen in der Geschichte der Keramik ein treuesSpiegelbild der Entwickelungsgeschichte der Menschheit. DasThongefiiss, vielleicht das älteste Product menschlichen Fleisses,war (1er plastische Ausdruck der wechselnden Geschicke undLebensgewohnheiten aller Culturvölker; es individualisirt, zu-gleich den Künstler und seine Zeit, und der Beschauer empfindetunbewusst die harmonische Beziehung, in welcher hier dasWerk zu seinem Schöpfer stellt. Seihst bei der Nachahmungfremder Stilarten bleibt die künstlerische Auffassung das be-stimmende Moment, das dem Erzeugniss sein eigenartiges Ge-präge verleiht.