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Illustrirter Katalog der Pariser Weltausstellung von 1878 : unter Mitwirkung zahlreicher Berichterstatter ; herausgegeben von W.H. Uhland
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G. SERVANT, TARIS.

Wenn nicht die glänzendste, doch die gediegenste und daherin gewissem Sinne werthvollste Speoialität der französischenLuxusindustrie, ist die zum kunstmässigen Betrieb entwickelteFabrikation der Bronzen. Wo die französische Kunst zu ver-zieren hat, gleichviel in welchem Material, da ist sie in Wahr-

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heit auf ihrem eigentlichen Gebiete. Ihre einheitliche Wirkung,durch welche jedes ihrer Erzeugnisse am sichersten gefällt,verdankt sie der Thatsache, dass in Frankreich öfter als inallen übrigen europäischen Industrieländern Künstler und

Fabrikant in einer Person vereinigt sind. Dieser Vorzug zeigtseinen Einfluss auch an den auf unserer Abbildung darge-stellten Candelabern und Pendulen von G. Servant in Paris,einer der hervorragendsten französischen Firmen, deren Lei-stungen überall ein richtiges Verständnis» der Natur des.Materials

bekunden. Ein geläuterter Geschmack, dem die vielseitigstetechnische Erfahrung zu Hülfe kommt, weiss hier das Nütz-liche zum Schönen und das Schöne zum Nützlichen zu ge-stalten. In Werken dieser Art ist Frankreich noch tonangebend.

dieselben vor allen andern auszeichneten, den heutigen Chinesenabhanden gekommen zu sein. Auch hier wie in Indien hatder Einfluss europäischer Ilandelsinteressen verschlechternd aufden Kunstgeschmack cingewirkt, entweder in dem Sinne, dasssich die europäische Industrie angemaasst hat, die Lehrmeisterindieses künstlerisch hochbegabten Volkes in der deeorativenKunst sein zu wollen, oder indem die Eingeborenen meinen,schlechte Nachahmungen europäischer Muster besser verwerthonzu können als die einheimischen Originale. Die Chinesen lieferngegenwärtig für den allgemeinen Bedarf sehr wohlfeile, abersehr ordinäre Waare, der die besten Produete böhmischerPorzellanfabriken an Güte des Materials wie an Schönheit der

Form vorzuzichen sind. Allerdings findet man auch schöneStücke, die aber weder im Material noch in der Becorationden früheren Werken gleichkommen.

Den Chinesen zunächst kommen die Bewohner des benach-barten Inselstaates, die Japaner, welche die Fabrikation desPorzellans erst im sechzehnten Jahrhundert durch Gefangenevon der Halbinsel Korea erlernt haben sollen.

Im Ganzen gilt von ihrer Ausstellung dasselbe, was wir vonder chinesischen gesagt haben. Auch in das japanische Por-zellan ist, wenn auch in geringerem Grade, die europäischeImitation eingedrungen, und so finden wir hier eiue grosseAnzahl Sevresformen, doch haben die im einheimischen Stil