Buch 
Illustrirter Katalog der Pariser Weltausstellung von 1878 : unter Mitwirkung zahlreicher Berichterstatter ; herausgegeben von W.H. Uhland
Entstehung
Seite
74
JPEG-Download
 
  

74

ADAMS & CO., NOTTINGHAM.

In der heutigen Spitzenindustrie müssen wirebenso wie in der Kunststickerei zwischen dermechanischen Masscnproduction und der geduldigenmenschlichen Arbeit unterscheiden. Ilei einem Ver-gleich der betreffenden Leistungen möchte es den

Arbeit ersetzt werden könne, während doch die Forderung der Schönheitbei der Herstellung dieser ausschliesslich als Schmuck des Menschen undseiner Umgebung dienenden Objecto vor allem massgebend sein sollte. Istdoch die Spitze ihrem Wesen nach eine vom Grunde des Stoffes sich ab-hebende Zeichnung und verlangt als solche ein gewisses Yerständniss der

»»Sa

m «m

mummm

Z ^

..,f r,

&£ V "

,V!S* .

«amte

Ajtx

'

*«?!

* Sk.Mf

i

V .

i-Äfc;

A*S'R

A v.

ik* tJSj

r:.

.«i

-

tör^-

mm

« 3»: V

a&

£r?v

rs m

Wf'J.Za

mm

Nichtkennern scheinen, als sei der Vorzug derHandspitze kaum überwiegend genug, um dieenorme Differenz der Preise zu rechtfertigen. Leiderist es ein in den industriellen Kreisen verbreiteterIrrthum, dass der Geschmack durch' die Mühe der

Stilgcsctze, wie cs von manchen Firmen, unter andern durch die inParis ausgestellten Frzeugnissc von Adams & Co. in Nottinoham bekundetwird. So sind die landen hier abgebildeten Spitzengardinen sowol durchdie gefällige Anordnung der Muster als durch die Feinheit, des Fabrikatsausgezeichnete Proben der englischen Maschinenarbeit.

allem ist weder die Industrie von Madura, noch die des Pundjab,noch die von Sind mit ihren charakteristischen Stilartcn ver-treten, olnvol dieselben den Höhepunkt des industriellen Schaf-fens auf diesem Gebiete bezeichnen. Die rothen Thonwaarenvon Travancore und Hyderabad sind mit liecht geschätzt,nicht minder das rothe, eigenthümlieh glasirte Geschirr vonDinapur und die Bidree-Imitationen von Surat, doch erscheinen

diese modernen Luxuswaaren, als welche sie den überall ver-breiteten Producten der primitiven Töpferei entgegenstehen,wahrhaft unbedeutend neben der edeln Keramik der genanntenProvinzen. Die Kunsterzeugnisse Maduras kommen meist alsweitbauchige, langhalsige Flaschen vor, in deren doppelterHöhlung die Luft frei eirculiren kann, wodurch das Getränkfrisch und kühl erhalten wird. Aeusserlich sind diese Flaschen