ODIOT, PARIS.
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Die veredelnde Macht der Civilisation prägt sich amklarsten in den einfachsten Lehensgewohnheiten derVölker aus. Während der Wilde seine Nahrung ver-schlingt, wann und wo er sie findet und willig hungert,um dann in sinnlosem Ucbermaass zu schwelgen, ver-langt der gesittete Mensch für seine Mahlzeiten vorallem Ordnung und ästhetisches Behagen. Die Griechen
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verstanden es zuerst, die Tafel zu schmücken, und vonihnen lernten die Römer den verfeinerten Lebens-genuss. Seit dem Verfall des Ritterwesens trat andie Stelle der wüsten Schmausereien das geregelteGastmahl, und durch den Einfluss der Ilöfe wurde diegeschmackvolle Anordnung und Verzierung der Tafel
fast zur Kunst erhoben. Die Ilauptelementc der Ornamontation sindhier Blumen und Lichter, um das Auge zu befriedigen, den Sinn,durch welchen vor allem die Freude eingeht, und dementsprechendsind Vase und Leuchter von jeher beliebte Gegenstände der decorativenKunst gewesen. An ihnen hat dieselbe einen unerschöpflichen Formcn-reichthum entfaltet und die verschiedensten Materialien der schöpferischenIdee dienstbar gemacht. Am reizvollsten jedoch erscheinen sie aus den
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edlen Metallen gebildet; ja sie stellen hier in ihrer Vollendung dasSchönste dar, was die Menschenhand auf diesem Gebiete zu schäften ver-mag. Um so mehr Freude gewährt es, zwei solcher ausgezeichnetenObjecte aus der Collection der alten Pariser Firma Odiot — die Vasemit verschiedenen mythologischen Figuren, der Candelaber mit einerGruppe schelmischer Liebesgötter verziert — nebeneinander zu stellen
stehen Maw & Co. auch durch ihre gegenwärtig ausgestelltenl’roductionen oben an. Die staunenswerthe Vielseitigkeit derkünstlerischen Behandlung, deren hier der schlichte Naturstofffähig ist, kommt durch ihre ausserordentlich reichhaltigeCollection zur deutlichen Anschauung. Wir finden in der-selben alles, was in dieser Art zur inneren und äusseren Ver-zierung der menschlichen W'ohnung geschaffen wird, mit sorg-fältigster Berücksichtigung der Natur des Materials wie dertechnischen Mittel und der ästhetischen Principien ausgeführt.Sowol die altrömischen als die mittelalterlichen Muster sind
in geistvoller, origineller Weise und mit erfolgreichster Wieder-gabe ihrer stilistischen Wirkung nachgeahmt. Neben deneinfachen und schmucklosen, nur durch die Gediegenheit desMaterials bemerkenswerthen Fliesen sehen wir die eingebrannten,farbig glasirten, die bilderreichen Mosaikplatten für Wändeund Fussböden, Majolikaziegel, kunstvoll mit der Hand gemaltund mit metallischem Lüstre, Majoliken für den ornamentalenBau etc. Sehr schön und effectvoll sind auch die Mosaik-platten von Minton, Hollins & Co.
Ein prüfender Ueberblick über die bei dem gegenwärtigen
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