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FRANZ BOLLARTH, WIEN
Wie der auf Seite 121 abgebildete Sonnenschirmüberzug istauch das hier dargestellte Fichu ein Erzeugniss der Hausin-dustrie des böhmischen Erzgebirges, die Franz Boixarth, Wien,
sich ganz ihrem Beruf zu widmen. Wenn man hört, dass derPoint ä l’aiguille erst seit etwa iy 2 Jahren im böhmischenErzgebirge heimisch geworden ist, fühlt man sich umsomehr
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seit 20 Jahren mit so regem Eifer unterstützt. Indem er fortund fort neue Muster anschafft und alle möglichen Arten derSpitzenarbeit einführt, spornt er den Eifer der Arbeiterinnenan , und durch Bezahlung hoher Preise ermöglicht er es ihnen,
überrascht von der wunderbaren Feinheit der Ausführung.Auch für diese Arbeiten hat Professor Storck die Zeichnunggeliefert; das Fichu ist von der Kaiserin von Oesterreich an-gekauft worden.
losigkeit dem echten Krystall am nächsten kommt und daherseine ästhetische Eigentliümlichkeit auf die scharfe genaueForm und auf das geschliffene Ornament zu gründen hat. Im17. und 18. Jahrhundert ahmte es denn auch den echten Krystallnach, hat aber in der Folge diese Weise verlassen, indem esdurch bunte Farben zu wirken suchte und durch Malereiendas Porzellan imitirte. Beide Arten, die in der ersten Hälftedieses Jahrhunderts den Kunststil bildeten, haben zur Vernach-lässigung der Form geführt; doch ist erfreulicherweise neuer-dings eine Umkehr der Industrie auf dem ihr vorgezeichnetenWege zu bemerken.
Auch in Deutschland regten die Prachtstücke der venetiani-schen Glaswerke zur Nachbildung wie zum selbständigen Schaffenan. Wenn auch die italienische Kunst noch eine Zeit lang diedeutsche beherrschte, so trat doch später die letztere um sokräftiger und siegreicher auf und glänzte namentlich in derSchleifkunst sowie in der Imitation des Ifrystalles; ja sie wurdeendlich selbst die Lehrmeisterin fremder Nationen. Schon frühgelang es dem deutschen Erfindungsgeiste, in der Gestaltungeigenartiger Gläserformen Vorzügliches zu leisten. Es ist inWahrheit ein ästhetischer Hochgenuss, die in Museen undSammlungen aufbewahrten Arbeiten aus jener Glanzperiode