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Illustrirter Katalog der Pariser Weltausstellung von 1878 : unter Mitwirkung zahlreicher Berichterstatter ; herausgegeben von W.H. Uhland
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POUSSIELGUE-RUSAND, PARIS. — STEEL & GARLAND, SHEFFIELD.

Die kirchliche Goldschmiedekunst, welche in früheren Zeitenmit dem civilen Handwerk eng verbunden war, sodass fürkirchlichen und weltlichen Schmuck derselbe Stil gepflegtwurde und herrschend war, hat sich in unsern Tagen fastvöllig abgesondert, folgt ihren eigenen Wegen, cultivirt ihren

Monstranzen, Abendmahlkelchen und andern Altargeräthenvertreten war, in denen sich fast ausnahmslos der mittelalter-liche Stil geltend macht, der bis ins kleinste Detail nachge-ahmt wird. Die Reliquienschreine, deren wir einen im Bildewiedergeben, sind selten ganz aus Edelmetallen gearbeitet, da-

gegen stark vergoldet und m so grossartigen Dimensionengehalten, dass sie sich nur für reichere Kirchen eignen. —

In England, dem Land der Kamine, gehören auch dieIvaminvorsetzer zu den unentbehrlichen Stücken jedes Haus-haltes , von dem einfachsten bis zum vornehmsten. Es liegt

eigenen Stil, vorwiegend den mittelalterlichen, und ruhtmeistens in den Händen solcher Fabrikanten, die ausschliess-lich kirchliche Gegenstände produciren. Zu diesen gehörtauch das Pariser Haus Poussielgüe-Rusand , das auf der Aus-stellung durch eine grössere Collection von Reliquienschreinen,

deshalb in der Natur der Sache, dass eine reiche Auswahlderartiger Gegenstände producirt wird, die zum Theil vongrosser Eleganz und seihst künstlerischer Schönheit sind, wiedies der Fall ist hei dem in unserm Holzschnitt wiederge-geben Kaminvorsetzer von Steel & Garland, Sheffied.

ermöglicht und die bis dahin schwebende Frage hinsichtlichder Natur des Materials endgültig entschieden wurde. Manliess die Trümmer pliotographiren und ist dieses Bild nochheute neben dem Original zu sehen, das so geschickt wiederhergestellt ist, dass es kaum noch eine Spur der Beschädigungzeigt. Von dieser Zeit an wurden mehrfach Nachahmungenin Glas versucht. So ging vor einigen Jahren ein KünstlerNamens Northwood ans Werk, indem er zuerst die Form

der Vase in dunkelblauer Glasmasse herstellte, diese mit einerziemlich starken Schicht weissen Glases überzog und die über-flüssigen Theile mittelst stählerner Werkzeuge entfernte, wo-rauf er die Figuren getreu nach dem Original modellirte.Diese Reproduction war 1878 unter den Objecten der FirmaDaniell & Sons ausgestellt. Eine andere unmittelbare Nach-ahmung dieses schönsten aus dem classischen Alterthum er-haltenen Gefässes, sowie mehrere in derselben Art nach eigenen