MELLERIO FRfiRES & EILS, PARIS.
185
Unsere Abbildung veranschau-licht ein grösseres Kunstwerk derFirma Mellerio, ein kostbares
ireireihflyiiHi
W:figWOj
Halsgeschmeide für die Bildsäuledes heiligen Michael in der ihmgeweihten Kirche von Mont St.-
Michel bei St.-Malo bestimmt.Dasselbe besteht aus zwölf kunst-voll gearbeiteten Schilden, längs
i äf’-j
*v.\
deren sich eine reliefartige lateinische Inschrift hinschlingt, deren Inhalt auf die WürdeSt. Michael’s als des Fürsten unter den Engeln Bezug hat, während das Medaillon die Herr-
lichkeit Jehovali’s und die Schöpfung der Engel darstellt. — Die beiden mit Edelsteinenbesetzten Brochen sind Proben von der einfacheren Arbeit derselben Fabrik.
mm
rm '--2
fo.-i ,i| 'S
«e W»;l
mm
mm
«r>,;
fl" Val’*’
In farbigem Tafelglas excellirt Frankreich durch den Reich-thum seiner Palette. Nirgends wird die Glasmalerei mehr ge-pflegt als hier, wo nicht nur die zahlreichen Kirchen, sondernhäufig auch die Wohnungen mit schön gemalten und gravirtenFenstern geschmückt sind. In geätztem Tafelglas hatte Frank-reich wenig Bedeutendes ausgestellt; das Sandgebläse scheintdort nirgends in Anwendung zu sein.
Eine Zierde der französischen Abtheilung waren die meistim orientalischen Stil gehaltenen Gefässe von Brocard, die sichdurch Feinheit des Emails und Schönheit der Farbenstimmung
auszeichnen. In derselben Art arbeitet Pfoülb in Paris, derwol die Ornamentation, aber weniger die Farbenstimmungzu treffen scheint. Andere Firmen vermischen in einer fürdas künstlerische Auge geradezu beleidigenden Weise dasarabische Ornament mit der Renaissance und anderen ihmvöllig fremden Stilarten. Erwähnenswertli ist ein Versuch vonGalle in Nancy, gravirten Bergkrystall mit emaillirter undvergoldeter Silberfassung in der Weise nachzuahmen, dass erauch die Silberreifen und Bänder einfach aufmalt. Eine neue,aber unschöne Erscheinung sind die aus geradezu verdorbenem
24
PAB1SEB WELTAUSSTELLUNG. I.