206
W. A. & S. SMEE, FINSBURY (LONDON). — ALLAN & SON, LONDON.
Die Thatsaolie, dass sich die heutige Kunstindustrie vorallem in den Dienst des Reichthums stellt, beruht auf dergänzlichen Verkennung ihres Wesens und ihrer historischenBildungsaufgabe. Ein weit höheres Verdienst vermag sich
Sinne geschaffenen Kunstmöbel von W. A. & S. Siiee, Fins-buby (London) ist das auf unserer Abbildung dargestellteelegante Büffet in geschnitztem Eichenholz. —
Nachdem wir bereits früher ein reich ornamentirtes Pla-
ä | | 11 f
11 * SmSuniM«
ÄÜS§*
, i'.m
uaoi. -
li - KRÜH
lili'.lil k u Lkti.
ras*
- * ü- aT
ÜP!
dieselbe zu erwerben, wenn sie mit ihren mannichfaltigen I fond- Mittelstück aus der Fabrik von Allan & Son, London,Mitteln insbesondere die Wohnungen zu schmücken strebt, in | veranschaulicht, bringen wir als Proben ihrer einfachen Ar-
denen weniger Glanz und Pracht als Bequemlichkeit und Ge- I beiten drei ihrer geschmackvollen Tapetenmuster, deren Farben-schmack herrschen sollen. Ein schönes Exemplar der in diesem | gebung das Auge erfrischt, ohne es je zu blenden.
.V&f'
' «sf"
4 iitZn
Hjl
wie das Möbel selbst entnommen, man möchte sagen „logischer“erscheint. Da jedoch bei der Schnitzerei der Grund stets mattbleiben muss, so haben die in dieser Art reich verzierten Ob-jecte wenig Glanz. Für kostbarere Stücke gab man dem Eben-holz gegenüber dem Eichenholz den Vorzug, weil letzteresdurch Zeichnung und Aeste den Linien Eintrag tliut.
Suchen wir die Möbel der Renaissance und die aus ihremStudium hervorgegangenen der Jetztzeit in ihren Elementenzu bestimmen, so fällt uns das häufige Vorkommen gewundener,cannelirter, geschnitzter oder auch blos gravirter Säulen auf.In den Hauptlinien, deren Harmonie durch die hier und daauftretenden gedrehten Theile nicht gestört wird, spürt man
den Einfluss der Architektur dieses Jahrhunderts, während diehochentwickelte Bildhauerkunst der Zeit in den zahlreichengraziösen Figuren auftritt. Durch ihre Fähigkeit andere Stilartenin sich aufzunehmen und zu verarbeiten, hat die Renaissancedem Kunstgewerbe eine Fülle mustergiltiger Motive erschlossen.
Der Schmuck des glanzvollen Emails und des Lapis lazuliist dem sogenannten venetianischen Stil eigen, in welchen ereins der orientalischen Elemente darstellt, wie sie durch denregen Verkehr neuerdings mit dem Osten in seine gesammteIndustrie eingedrungen waren.
In den mit Incrustirungen von Messing und Elfenbein ver-zierten und mit kostbaren Tapisserien bekleideten Möbeln der