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WIENERBERGER ZIEGELFABRIKS- & BAUGESELLSCHAFT, WIEN.
Oesterreich hat von seiner bedeutenden Thonwaarenindustrienur wenige Proben ausgestellt, die indessen den Fortschrittderselben hinreichend constatiren. Durch das ganze öster-reichische Kunstgewerbe geht unverkennbar ein Streben nachGeschmacksveredelung, das sich auch in den ausgestellten Er-
gebäudes der Elisabeth-Westbahn bestimmt, in steinartigerTerracotta ausgeführt; eine als Gartenverzierung dienende Vasein rother, scharf gebrannter Terracottamasse, modellirt vonC. Richter, dem Chef-Modelleur der Fabrik; ein in Profil undVorderansicht dargestellter Schlussstein von der neuen Börse
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Zeugnissen der Wienerberger Ziegelfabriks- und Baugesell-schaft in Wien ausspricht. Dies beweisen auch unsere Ab-bildungen: zwei Bogenzwickelfiguren von wahrhaft classischerFormvollendung, für das Portal des neuen Administrations-
in Wien nach Zeichnungen von Theophil Ritter von Hansenin weisser, marmorähnlicher Thonmasse modellirt; eine rotheTerracottavase von Heinr. v. Ferstel entworfen; die von zweilieblichen Knabengestalten getragene Vase in gewöhnlicher
Füsse voll Haltung und Anmuth; er bildete die Kunst derHolzmosaik aufs höchste aus, und entlehnte der ciselirtenMetallarbeit die reizendsten Ornamente.
Der „orientalische“ oder „maurische“ Stil ist eigentlicherst auf das hier in Rede stehende Kunstgewerbe übertragenworden, da den Morgenländern der Gebrauch der Möbel fastunbekannt ist. Die Chinesen und Japaner haben uns in ihrenLackarbeiten eine eigenthümliche Art der Decoration kennengelehrt, deren vergoldete Verzierungen auf glänzend schwarzemGrunde prächtig wirken und die neuerlich in Frankreich miteinigem Glück nachgeahmt wird. Birmingham hat einenblühenden Industriezweig durch die Fabrikation der „Lack-
möbel“ aus Papier-mäche ins Leben gerufen — eine ziemlichunvollkommene Imitation der chinesischen und japanischenErzeugnisse. Die indischen Möbel mit ihrem wunderbarenSchnitzwerk zeigen stets das Gepräge der Originalität.
Zu Anfang dieses Jahrhunderts, als in der künstlerischenGeschmacksrichtung der Umschwung zu Gunsten des classischenAlterthums eintrat, erklärte man den griechischen Stil für denTypus des Schönen und verwendete ihn in seinem Extrem,ohne leitendes Princip, auf die gewöhnlichsten Gegenständean. Im vierten Decennium dieses Jahrhunderts kehrte manendlich zu den schönen Formen der Renaissance zurück. Her-vorragende Künstler suchten der Industrie Vorbilder zu