Buch 
Illustrirter Katalog der Pariser Weltausstellung von 1878 : unter Mitwirkung zahlreicher Berichterstatter ; herausgegeben von W.H. Uhland
Entstehung
Seite
5
JPEG-Download
 

5

SCHÄEFER & BUDENBERG, BUCKAU-MAGDEBURG.

Wir verdanken die Einführung der Schleifmaschinen inihrer neuern Construction, wie sie jetzt vielfach im Maschinen-bau und bei andern Metall bearbeitenden Gewerben Eingan°*gefunden haben, den Amerikanern, von welchen zuerstzurMassenfabrikation von Nähmaschinen, Gewehren u. s. w. der-artige Maschinen angewen-det worden sind. Dieselbenhaben den Zweck, das Frai-sen, Hobeln und besondersdas Feilen der Metallstückenicht allein zu erleichtern,sondern in den meisten Fällenvöllig zu ersetzen, wobeisich in Bezug auf die Quan-tität und die Güte der ge-leisteten Arbeit gegenüberder Handarbeit bedeutendeErfolge erzielen lassen. DasWerkzeug ist bei diesen Ma-schinen eine schnell (2200bis 2500 Meter Umfangsge-schwindigkeit per Minute)rotirende Schmirgelscheibe,welche wir in unsrer Mittel-

sind für die Massenfabrikation besonders sinnreich construirteVorrichtungen vorhanden. Gegen den Feuerstrahl, welcher beider Arbeit von der Schmirgelscheibe ausgeht, wird der dieMaschine bedienende Arbeiter durch eine die Schmirgelscheibcumfassende Blechhaube geschützt. Diese Schleifmaschine ist

von der pariser Filiale derrühmlich bekannten Maschi-nen - und Armaturenfabrikvon SCHÄFFEK &BUDENBERO inBuckau- Magdeburg ausge-stellt, welche das Ausfüh-rungsrecht sämmtlicher Con-structionen nach BollmannsPatent erworben hat.

In den beiden Seiten-figuren haben wir links einDampfdruck - Reducirventil,bekannt unter dem NamenD a m p f d r u c k r e g u 1 a t o rund rechts einen BussschenCentrifugal - Regulatordargcstellt, mit welchen siehdie genannte Firma seit Jah-_ ren in der technischen Welt

'''liillll '' 11 *

Kl

figur oben in den beiden hornförmigen Trägern gelagert sehen.Das Arbeitsstück wird auf dem darunter befindlichen Tisch auf-gespannt, der in ähnlicher Weise wie der Support einer Drehbankoder Hobelmaschine nach allen Seiten hin dreh- und verstellbarist. Mittelst einfacher Mechanismen wird das Arbeitsstück demWerkzeug entgegengeführt. Zum Einspannen der Arbeitsstücke

gut eingeführt hat. Hauptsächlich die letztere, einen completenRegulirapparat repräsentirendo Construction ist es, der wir invielen industriellen Etablissements begegnen. Bemerkenswerthist die Thatsache, dass mit diesem Dampfmaschinenregulatorzuerst der mit Erfolg gekrönte Versuch der Massenproduetionderartiger Maseliinendetails in Deutschland gemacht worden ist.

für die fremden Aussteller bestimmt ist. Die Länge derselbenbeträgt 645 Meter bei 85 Meter Breite und 28 Meter Höhe.An der Aussenseite der Maschinenhallen und mit denselben indirecter Verbindung laufen 12 Meter breite niedrige Galerienhin. Hieran schliesst sich noch ein bedeckter, nach aussenhin offener Perron von 5 Meter Breite, der sich um das ganzeGebäude herumzieht. Die beiden Vestibüle und Maschinen-hallen bilden somit den Rahmen für die übrigen Hallen undumsehliessen einen Raum von 135,000 Quadratmeter also bei-nahe ebenso viel als der ganze Flächenraum des Industrie-palastes von 1867 betrug. In diesen Rahmen sind nun, in

unmittelbarem Anschluss an die Maschinenhallen auf jeder Seitedrei Hallen eingebaut, welche dieselbe Länge wie jene und bei25 Meter Breite 12 Meter Höhe haben. Zwischen diese Hallensind Galerien von 5 Meter Breite und 8, 5 Meter Höhe gelegt,welche lediglich für die Communication bestimmt sind und indieser Hinsicht die besten Dienste leisten.

Diese Bauten lassen in der Mitte einen Raum von 645 MeterLänge und 75 Meter Breite frei, der gewissermassen den Hofdes Industriepalastes bildet. Derselbe ist für den Pavillon derStadt Paris und die Kunsthallen reservirt, welche, soweit es derbeschränkte Raum gestattet, von Gartenanlagen umgeben sind.