Band 
Erster Theil.
Seite
211
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Diamant. srr

Christi Geburt bekannt worden sey, aber auch die-ses ist nur Muthmaßung. Plinius b) gedenkt diesesSteins, aber nicht der Zeit, wenn er bekannt wur-de; er erzählt, daß. man ihn in Splitter geschlagen,diese in Eisen befestiget und damit in andere Steinegegraben habe. Eben so schwer ist die Frage zu be-antworten, ob die Alten die Kunst verstanden, denDiamant zu bearbeiten ? Bis jetzt weiß man, daß die-ses auf keine andere Weise, als vermittelst eines an-dern Diamants und des Diamantpulvers geschehenkann, von welchem letztren Lessing in seinen antiqua-rischen Briefen mit Wahrscheinlichkeit dargethan hat,daß es die Allen noch nicht kannten. Hr. v. Murr be-richtet*), daß es im J. iz/L schon Diamantpolirer inNürnb. gab; welcher Mittel ste sich aber dazu bedien-ten und wieweit sie es darin gebracht hatten, ist nichtbekannt. Die rechten Vortheile der Kunst Diamantenzu schleifen und zu brillantiieu erfand ein jungerEdelmann, Ludwig von Werken (andere schreiben ihnBergen, Berquen, Berghen) aus Brügge in Flandern.Er hatte kaum die Schule verlassen, als er die Erfah-rung machte, daß 2 Diamanten, wenn man sie anein-ander rieb, sich angriffen. Er nahm daherDiamanten,legte sie auf Kult, rieb sie an einander und sammeltedas davon herabfallende Diamantpulver sorgfältig,durch dessen Hülfe er, vermittelst gewisser eiserner Rä-der die er selbst erfunden hatte, den Diamanten einePolitur geben und sie schleifen konnte, wie er wollte.Im I. schliff er für den Herzog von Burgund,Karl den Kühnen, einen Diamant, den die Eidge-nossen im I. 1476 in der Schlacht bey Granson er-O s