2l8 Dichtkunst.
Menetrier nannte. Unter die Erfindungen der Fran-zosen in der Dichtkunst rechnet man die alexandrini-schen Verse, d. i. zwölf- und dreyzehnsylbige Jamben,die so mit einander abwechseln, daß auf zwey zwölf-sylbige Verse allemahl zwey dreyzehnstlbige folgen.
Einige wollen zwar behaupten m), diese VcrSartwäre in der Stadt Alexandria in Italien erfunden wor-den, es ist aber gewisser, daß Wilhelm le Court auSChateau Dun, den andere Lambert le Cors, Lamber-tus li Cors nennen, und Alexander von Paris, ausBernay in der Normandie, die beyde im zwölften Jahr-hundert lebten, die Erfinder derselbea sind. Beydeverfertigten mit einander ein Gedicht auf Alexanderden Grossen, worin sie sich dieser Verse bedienten, die da-von den Namen der alexandrinischen Verse erhielten n).Die ersten, welche zeigten, daß auch in französischenGedichten lange und kurze Sylben nach Regeln mit ein-ander abwechseln könnten, und ein ordentliches la-teinisches Sylbenmaaß in französischen Gedichten beob-achteten, waren Joh. Anton Baif, der 1L89 starb, undStephan Jodelle, genannt von Lymodin,der >575starb 0). Die Franzosen verliessen aber das Sylben-maaß bald wieder, und Fenelon behauptete gar, daß diefranzösische Sprache nichts von langen und kurzen Syl-ben wisse, und daß sich also auch in den französischen Ge-dichten gar kein lateinisches Sylbenmaaß anbringenlasse p). UibrigenS sehe man die Wörter; Dakty-lus, Dithiramben, Fabel, Hexameter,Hirtengedicht, Jamben, Lyrisches Ge-dicht, Madrigal, Reim, Rondeau, Sta-fire, Schauspiel, Sonnet.