Band 
Erster Theil.
Seite
217
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D'chkkunst. L>7

RudolphLangius, ein Edelmann aus Westphalen undProbst zu Münster, geb. 14.Z9, gest. 1L19; auch Con-rad Ccltes aus Schwcinfurt in Franken, welcher dererste gekrönte Dichter der Deutschen ist, und demKaiser Friedrich der III, imJ. 1491 zu Nürnberg selbstden dichterischen Lorbecrkranz aufsetzte. Um diese Zeitwaren die Minnesänger in Meistersänger ausgeartet,die man so nannte, weil man sie als Meister in derDichtkunst betrachtete. Ihre Lieder waren weit schlcch.ter, als die der Minnesänger, aber doch für die da-mahlige Zeit immer noch erträgliche Volkslieder. Ingrossen deutschen Städten hatten sie ordentliche In-nungen, wie in Mainz, Straßburg, Nürnberg; einerihrer berühmtesten war Hanns Sachse, der 1^67 starb.Die Periode der guten deutschen Dichtkunst ging mitMartin Opitz an, der 1629 starb. Die ältesten Dich-ter der Dänen, Normänncr und Schweden warendie Skalden, welche diese Völker durch ihre Liederbesonders den Tod verachten lehrten. Der erste guteDichter der Jtaliäner war Dante Alighieri, der 1Z21starb; bey den Engländern wird Chauccr, der 1400starb , als der Vater der englischen Dichtkunst betrach-tet. Unter den Franzosen finden sich die ersten Spu-ren einer kunstmässigcn Dichtkunst im irren Jahr-hundert. Um 114» thaten sich die Troubadeurs, d.i.Erfinder oder Dichter, unter ihnen hervor, die manauch, weil die meisten in Provence lebten, Proven?alennannte. Sie brachten die französische Dichtkunst, be-sonders was den Reim betrift, zuerst unter gewisseRegeln. Nach ihnen kam eine andere Art Dichterin Frankreich auf, die man Minstrel, Ministrel oder