Fernglas. 297
Andere behaupten, Jacob Metins, ein Brillen-niachcr zu Alkmaar, habe die Fernrohre erfunden, und1605 die Gencralstaatcn mit einem solchen beschenkt f).Man vermuthet aber nicht ohne Grund, daß JacobMelius durch seinen Bruder Adrian Metius, einenProfessor der Mathematik zu Franecker, einige Nach-richten von Lipperfeins Erfindung erhalten, und dannerst auch dergleichen Fernrohre gemacht habe, daherer mit unter die Erfinder derselbe» gekommen ist.
Galiläus kam für sich auf die Erfindung dcsPcr-spectios. Im I. -609 reiseke er von Padua nach Ve-nedig. wo er von einem Patricier erfuhr, daß man ir-gendwo in Deutschland ein Glas erfunden habe, wo-durch sich die weitesten Dinge ganz nahe vorstellten.Sogleich gieng Galiläus nach Hause, dachte der Sa-che nach, und nahm eine Orgelpfeife, in welcher erzwey Gläser so lange hin und her rückte, bis erden rechten Fleck traf. Hierauf gieng er wieder zudem Patricier, zeigte ihm seine Erfindung und pro-bierte sie auf dem Marcusthurme *). Durch ihn wur-de hernach der Gebrauch des Pcrfpectivs zuerst be-kannt, und er war auch der erste, der es zu Beob-achtungen am Himmel brauchte.
Das astronomische Fernrohr (der Tubus), dessenman sich bey der Beobachtung des Himmels bedient,besteht aus einem erhabnen Objeckivglase und nochmchr erhabnen Augcnglase, und stellt die Gegenständevergrößert, aber verkehrt vor. Der erste, der es er-fand, war Johann Keppler (geb. iL/r gest. 1630),welcher in seiner Dioptrik zuerst zeigte, daß auch zweyerhabene Gläser die Gegenstände vergrössertcn. Die-