2y6 Fernglas.
des Baco läßt sich mit Gewißheit nur soviel folgern,daß ihm bekannt war, daß durch einen dichten, durch-sichtigen Körper eine Sache bald naher und grösser,bald entfernter und kleiner erscheine, als sie wirklich isi.
Eine andere Spur der Ferngläser hak man in einervon Johann BaptistaPorta, im Jahr >L6o herausge-gebenen Schrift c) finden wollen; allein viele erklärendieselbe blos von den Wirkungen hohler und erhabenerGläser bey kurzsichtigen und weitsichtigen Personen.
Für den wahren Erfinder des Fernrohrs mit einem er-habenen Objectivglase und hohlen Augenglase wird derBrillenmachcr Zacharias Jenson zu Middelburg inSeeland gehalten, welcher von ohngefehr ein erhabenesund hohles Glas hinter einander hielt und bey deinDurchsehen die Gegenstände näher und vergrößert er-blickte, worauf er im Jahr iFyci das HolländischeFernrohr erfand cl).
Im Jahr 1608 oder ,6oykamJoh. Lippersein, (an-dere schreiben Lipperhay), der auch sein Brillenniacherzu Middelburg war, aufs neue auf die Erfindung deSFernrohrs. Er setzte von ohngefehr ein erhabenes undhohlgeschliffenes Glas in eine Röhre und nahm ausserden obigen Wirkungen auch noch wahr, daß er damitsehr weit sehen konnte. Hierauf machte er eine schickli-chere Röhre, setzte die Gläser in gehörigen Weite hineinund ließ viele, die vor seiner Bude vorbcygiengen, durchdieses Rohr nach dem auf dem gegenüber stehendenThurme befindlichen Wetterhahn sehen, der dadurchsehr groß und nahe erschien. Sein erstes Perspeckiokaufte der Marggras von Spinola, der es dem Erzher-zog Albrecht schenkte, das zweyte kauften die Generql-siaaten um einen sehr hohen Preiß e).