Band 
Erster Theil.
Seite
337
JPEG-Download
 

Flöte. ZZ 7

nachzuahmen, auf die Erfindung der Flöte gerielh.Da sie aber sah, daß das Blasen fie entstellte und siees auch für ein Frauenzimmer für unanständig hielt,den Mund so aufzublasen: so warf sie dieselbe in denFluß Mäander d). Andere sagen, daß das PfeifendeS Windes in das Schilfrohr den Hirten die Ver-anlassung zur Erfindung der Flöte gegeben habe c).Nach dem Ovid 6) war es Pan der Hirtengvtt selbst,der sie erfand. Auf seinen Reifen verliebte er sich indie Najade Syrinx, die vor ihm bis an den FlußLadonfloh, hier erreichte sie Pan,, umarmte aberstatt ihrer ein Schilfrohr, in welches sie eben ver-wandelt wurde. Der Wind blies in das Rohr undbrachte klagende Töne hervor, die dem Pan so wohlgefielen, daß er sie immer zu hören wünschte; erfügte daher sieben Rohre von ungleichen Massenmit Wachs zusammen und erfand die Hirtenflöte.Man glaubt, daß durch die sieben Rohre auf diesieben Haupttöne der Musik angespielt werde. DieDoppelflöte erfand der Satyr Marfias in Phrygien e);fie war mit einer Materie zusammengefügt, da-her von ihm erzählt wird, er habe die Kunst, eineFlöte zu leimen erfunden k); daß diese Materienichts anders als Wachs war, erhellet aus demNamen dieser Flöte, welche Cerodekos genanntwurde Z). Die Erfindung 'her Trauerflöte, nebstder Sitte, bey Begräbnissen Trauerlieder dazu zusingen, schreiben einige den Phrygiern li) überhaupt,andern dem Hyagnis zu. Plurarch i) nennt den Ar-dalus von Trözene, einen Sohn des Vulkans, alsden Erfinder der Flöte, Plinius aber sagtk). daß

Busch. Haubb. b. Srf. V