Band 
Erster Theil.
Seite
345
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Fortepiano. Z 4 L

Forrer s. Sackuhr.

Fortepiano ist eine Art von Flügel, an demdie Claviatur geändert ist, und der statt der TangentenHammer hat, die durch die Claves bewegt werden, durchderen Anschlagen man den Ton verstärken und schwa-chen kann. Der Erfinder dieses Instruments ist Hr.Christoph Gottlieb Schröder, geb. am roten August1699 zu Hohnstein in Sachsen. Er hörte in seinerJugend den Pantalcon Hcbenstrcit auf dem Panta-lon spielen, welches mit Klöppeln, wie ein Hacke-bret gespielt wird, und bemerkte, daß durch starkeund schwache Schläge auch ein starker oder schwacherTon hervorgebracht wurde. Zugleich beschäftigte ersich zuweilen bey seinen Scholaren mit Beziehungund Bekiclung der Clavicymbel. Beydes brachte ihnauf den Gedanken, die unbeständigen Federkiele desClavicymbels mit leichten Hämmern oder auch Sprin-gern mit dazugehörigen Dämpfern zu vertauschen.Hierauf entdeckte er sein Vorhaben einem Tischlerge-fcllen in Dresden, der nach feinen Vorschriften aufein schmallanges Käsigen ein doppeltes Model, 4 Fußlang und 6 Zoll breit, verfertigte, das hinten undvorn Z Tasten hatte. In einer Gegend geschah oasSchlagen an die Saiten von unten, in verändernvon oben, und man konnte auf jedem Model starkeund schwache Töne nach verschiedenen Graden her-vorbringen n). Dieses Modell war nach HerrnSchröders Versicherung schon im Jahr >717 zuDresden fertig d).

Wenn also auch Bartolo Christofoli aus PaduaClaviermacher des Großherzvgs zu Florenz, im I.1719 auf die Erfiudung dieses Instruments verfiel.