Gartenkunst. L
liche Gärten gehabt habek) Die ältesten Kunstgärten,deren die Geschichte gedenkt, sind die hängenden oderschwebenden Gärten der Semiramis, einer Königin inBabylon, die um 20Z8, nach andern 2090 n. E. dW. starb x.) Strabo, Diodor und Curtius beschrei-ben sie als künstliche Erhöhungen, die unten auf Pfei-lern ruheten, oben aber in dem aufgetragenen Erdreichmit Bäumen bepflanzt und in mehrere Absätze einge-theilt waren, die durch eine besondere Wasserkunst be-feuchtet wurden. Allein Herodot, der doch selbst inBabylon gewesen war und viele Merkwürdigkeitendieser Stadt beschrieben hat, gedenkt ihrer nicht,daher Goguetk) und andere mehr diese HangendenGärten mit unter die Fabeln rechnen. Nach diesensind die Gärten der Hcsperiden i), Aegle, Arethusaund Hespercthusa, berühmt, welche die Töchter desHesperus, eines Bruders des Atlas, waren, denman in die Zeiten des Moses setzt. Ihre Gärtenlagen, wie die mehreflcn Schriftsteller behaupten,in Maurikanien in Afrika und brachten goldeneFrüchte (vielleicht Pomeranzen, denen man nurwegen ihrer Farbe jenen Namen gab) hervor, wel-che von einem Drachen bewacht wurden, den aberHerkules tödtete, die goldenen Aepfel nahm, und siewie er versprochen hatte, dem Eurystheus brachte.Unter dem Drachen verstehen einige einen ausgetre-tenen Arm des Meeres, der sich, gleich einer Schlan-ge oder einem Drachen, um die Gärten herumschlän-gelte und sie also unzugänglich machte, welches Hin-derniß aber Herkules zu besiegen wußte. Auch vomKönig Adonis sagt man, daß er sehr schöne Gär-