Band 
Zweyter Theil.
Seite
57
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Gestalt der Lrde. L 7

melS zu ruhen scheint; dieß war die älteste Vorstel-lung, die man sich von ihrer Gestalt machte.

Die Griechen änderten diese Vorstellung zuerstetwas ab. Sie glaubten, ihr Mittelmeer wäre rundherum von einem flachen Länderkreis, der die be-wohnte Erde ausmache und dieser wieder vom Oce-an eingeschlossen, aus welchem die Sonne unter de»Beste heraufsteige und auch wieder in denselben hin-absinke; der Ocean selbst aber grenze ringsherum anden Himmel, wie ein Gewölbe die flache Erdscheibebedecke. Dieß war die Vorstellung, welche sich Ho-mer und, wie Zeno fand, auch Hisiodus, beyde umdas Jahr zvoc, n, E. d. W. von der Gestalt der Er-de machten,

Thales von Mileto, der Z4ZY starb, soll, wiePlutarch u) und Galenus d) erzählen, der erste ge-Wesen seyn, der die Kugelgestalt der Erde behaupte-te; Aristoteles c) aber widerspricht ihnen, wenn ersagt: und die Meynung, daß die Erde schwimmendauf dem Wasser ruhe, stamme vom Thales, demMilesier, ab. Eben dieses bekräftiget Seneca 6),welcher aus verloren gegangenen alten Schriften be-richtet, daß nach Thales Meinung die Erde vomWasser getragen werde und wie ein Schiff schwim-me. AuS diesen beyden wichtigen Zeugnissen folgtnoch nichts für die Meynung, daß LhaleS eine Ku-gelgestalt der Erde behauptet habe. Wahrscheinlichdachte er, wie sein Schüler Ana^imander, sich dieErde als eine runde Säule oder Walze, die auf-em Wasser, welches nach seiner Meynung rund her»