Gestalt -er Lr-e. 6r
Mittag einen andern Horizont fände, als gegen Mit-ternacht., daher auch ihm, so wie andern, die Ge-gend bey den Herkulischen Säulen mit der Indischenzusammen zu hängen schien, so daß der Oecan inWesten und Osten nur ein einziges Meer sey o).
Cleanthes, der in der -Z4. Olymp, oder Lio n.R. E. d. i. Z 74 « n. E.d.M berühmt war, dachte sichdie Erde als einen Kegel.
Im zweyten Jahrhundert nach Christi Geburt be-wiest Claudius Ptolemäus die sphärische Gestalt derErde wieder p).
Der Alexandriner Kosmas, der um L/6 n. C. G.lebte und die Welt aus Gottes Wort und eigner Er-fahrung beschrieb, behauptete: die Erde sey ein lang-lichtes Viereck von Morgen nach Abend, umringt vomOcean, den wieder ein vsereckigter Rand umschlicffeund ruhe durch Gottes Allmacht auf ihrer eignen Be-ste. Vor dem jenseitigen Erdcnrande erhebe sich derHimmel, der gegen Osten und Westen in geradenMau-eru ganz hinaufsteige und an der Süd - und Nord-seile sich oben wie ein Dach in die Runde wölbe g).
Aus dem, was bisher gesagt worden ist, siehtman, daß Parmenides von Elea, Aristoteles undPtolemäus zwar die Kugelgestalt der Erde bereitslehrten; aber man kannte doch ihre nähere Beschaf-fenheit noch nicht, d. i. man wußte nicht, ob sie ei»ne vollkommene oder unvollkommenen Kugelgestalt ha-^ be. Diese Entdeckung war späteren Zeiten aufbehal-ten und wurde hauptsächlich durch die Gradmessun-gen an verschiedenen Orten des Erdbodens ausserZweifel gesetzt.