Band 
Zweyter Theil.
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Glas. 9^

-erHofnung, daß dieser ihn wegen der gemachten Er-findung wieder begnadigen würde. Nach Vollendungseincs'Werks rcisete er also nach Rom und überreichtedem Tiberius das Geschenk, der es bewunderte undannahm. Um die Bewunderung der Anwesenden inErstaunen zu verwandeln und sich ganz die Gnade desKaisers zu erwerben, nahm der Künstler den gläser-nen Becher, den Tiberius eben aus der Hand gesetzthatte, und warf ihn mit aller Gewalt wider die Erde.Der Becher zerbrach nicht, sondern wurde nur verbo-gen ; der Kaiser und die Anwesenden staunten,der Künst-ler aber brachte unter seinem Kleide einen kleinen Ham-mer hervor, hob den Becher auf und gab ihm geradeso wie einem metallenen Gefasst, durch öftere Schlägemit dem Hammer die gehörige Gestalt wieder. Tibe-rius fragte, ob diese Kunst mehreren bekannt sey?Nein! erwiederte der Künstler. Hierauf befahl derKaiser, diesem Manne sogleich den Kopf abzuschlagenund auch seine Werkstatt zu zerstören, damit die Kunstnicht bekannt würde und etwa dem Golde, Silber undandern Metallen ihren Werth benehmen möchte.

Das Mittel, dem Glase seine unangenehme grü-ne oder bläulichte Farbe zu benehmen, indem man derFritte, d. i. der Mischung von Kiesel, Gypsstaub u.a. m. etwas Braunstein zusetzet sollen, die Italienerzuerst erfunden haben und unter diesen nennt man be-sonders die Venetianer als die ersten, welche vollkom-men weiffes Gigs verfertigten und eS glatt polirenkonnten.

Das Kronenglas ist ein Tafelglas, das aus grossenrunden Scheiben besteht, die oft einige Schuh im