loo Glasfcnster.
überzog man sie mit durchsichtigem, in Del getränktemPapier b). Die Sineser bedienten sich zu ihren Fensternsehr feiner Stoffe, die mit einem glänzenden Lack über-zogen waren, in der Folge aber nahmen sie statt derFensterscheiben geschliffene Austerschaalen c). Bey denRömern vertrat der lapis fpeculsris die Stelle desGlases. Die Alten beschreiben denselben als einendurchsichtigen Stein, der sich in dünne Blätter spaltete,welche das Sonnenlicht durchscheinen liessen, aber dochdie Hitze desselben zurückhielten ä), woraus man deut-lich sehen kann, daß gedachter Stein nichts anders,als unser Marienglas oder Fraueneis war, dessenBlätter die Römer statt der Glasscheiben in die Fen-ster setzten. Diese Fenster von Marienglas wurden imersten Jahrhundert, zurZeit des Seneca, erfunden e).Indessen liessen vornehme Personen zu Rom die Oeff-nungen ihrer Badstuben auch mit ganz dünn geschliffe-nen Agaten und Marmor versetzen k).
Eben so machte man auch Fenster aus dünnemHorn, deren Tertullianus, im zweyten Jahrhundert,zuerst gedenke g).
Der wahre Zeitpunkt, wo die Glasfenster ge-bräuchlich wurden, ist noch nicht entdeckt. Im Jahr*75.5 fand man in der Ville vor Pompeji, welcher Ortzur Zeit des Titus durch ein Erdbeben versank, in einemZimmer, unterhalb der Treppe, im Schütte Bruch-stücke von großen Glastafeln oder Tafelscheiben, wor-aus man schliesset, will, daß das Glas schon vordemJahr 8, n. C. G. wo TituS starb, zu den Fensterngebraucht worden sey. Die erste sichere Spur derGlasfenster ist aber erst aus dem dritten Jahrhundert