Band 
Zweyter Theil.
Seite
99
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Glasfärbcrey. Glasfcnster. 99

Königswasser aufgelöseten und durch Zinnauflösung zueinem purpurfarbigen Pulver niedergeschlagenen Gol-des, nachzumachen, wurde im i/tcn Jahrhundert er-funden und man vermuthet, daß Kunkel in der Glas-hütte zu Potsdam das vom Cassius benannte Gold-pracipitat zuerst zum Rubinfluß angewendet habe. Ge-gen 1679 versicherte er sogar, daß er dem Glase auchohne Gold die Rubinröthe geben könne. Nach ihmbrachte Krüger, der ebenfalls Aufseher über die Pots-damer Glashütte war, unter Friedrich Wilhelm dem l.den Rubinfluß ohne Gold zu noch größerer Vollkom-menheit c). Im Jahr 171/ brachte auch der Nürnber-ger Abraham Helmhack die Verfertigung eines rothe»Glases wieder ans Licht b). Porta, August Neri, Me-rel, Joh. Kunkel und Krüger haben sich am meistenum diese Kunst verdient gemacht und auch von derlei-"den Schriften hinterlassen.

s) lNi-nu- Ud. XXXVI. Is-r. 66. 6/. Lid. XXXVII.keck. 26. b) Ikirl. Lid. XXXVI. c»p.26. c)B>ckinannsTechnologie. >787. S. ZZ7. <l) Merkwürdigkeiten derStadt Nürnberg S. 74U.

Glasfenster waren in den' alten Zeiten nichtgewöhnlich, ob man gleich schon lange die Bereitungdes Glases verstand/ An den Häusern der Morgen-lander, deren Außenseite, die an der Straße lag , ge-wöhnlich gar keine Fenster Halte, fand man statt derGlasfenster, in denjenigen Seiten des Hauses, dieden innern Hof umschlossen, entweder Vorhänge oderauch Jalousien, d. i. Gitterfenster, deren breite Quer-leisten beweglich waren, so, daß sie sowohl horizontal,als schief geschoben werden konnten»); im WinterG L