Band 
Zweyter Theil.
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Haarpuder, Haar - Röhrlein. »89

Haare statt der langen Frisur mit einem Bande zustechten oder in einen taffetnen kleinen Sack zu ste-cken. Anfangs brachte man dergleichen Haarbeutelauch an den Pferdeschmeifen an.

Pandora 17S8.

Haarpuder s. Puder.

Haar-Röhrlein sind enge gläserne Röhren,deren innere Oeffnung die Grösse einer Erbse nichtübersteigen darf. Den Namen Haar-Röhrchcn be-kamen sie daher, weil manche fast so fein wie einHaar find. Wenn man ein solches an beyde» En-den offenes Röhrchen mit einer Oeffnung ins Was-ser stellt: so steigt solches darin in die Höhe undzwar noch über die Oberflache des WasserS, woreinman es stellte. Je enger die Oeffnung ist, desto hö-her steigt daS Wasser darin; noch höher steigt sol-ches, wenn man die Röhre vorher mit Wasser be-feuchtet. Hält man die obere Oeffnung mit demFinger zu und setzt die untere ins Wasser: so steigtsolches nicht; hingegen hebt sich das Wasser darin,sobald man den Finger wegthut. Ist das obere ausdem Wasser hervorragende Theil sehr kurz; so stei-get das Wasser nur bis an dessen Ende, läuft abernicht über, ob mau gleich überzeugt ist, daß sol-ches höher steigen würde, wenn die Röhre längerwäre. Dieses Steigen deS Wassers in den Haar-Röhrchcn ist eine Ausnahme von der hydrostatischenRegel, daß die flüssigen Körper in Röhren nur aufsolche Höhen, die der Schwere dieser flüssigen Kör- "per angemessen sind, gehoben werden. Einige erklä-ren diese Erscheinung aus dem Drucke des die Roh-