Band 
Zweyter Theil.
Seite
253
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Hörrohr. 2LL

Hörrohr ist ein Werkzeug, wodurch man, wennman die engere Ocssnung desselben ans Ohr setzt, das-jenige, was in einiger Entfernung gesprochen wird,deutlich vernehmen kann. Die älteste Spur davon fin-det sich bey-dem Johann Baptist de la Porta (fii6iL)in seiner natürlichen Magie, die -L6c> herauskam.Er schloß nemlich aus dem Bau der Ohren fcharfhö-render Thiere, daß man, um auS der Ferne etwasvernehmen zu wollen, eine Art Trichter anS Ohr hal-ten müsse. Die Erfindung des eigentlichen Hörrohrsgehört indessee dem Pater Kirchner, welcher 1949 imJcsuiter - EoUezio zu Rom einen Trichter anbringenließ, dessen engereOeffnung aufsein Zimmerim obernStockwerk gieng, wodurch er alles vernehmen konnte,was der Thürhüter unten, bey der weiteren Mündung,spracht Im Jahr >6zo machte er diese Einrichtungin seiner lVluiurßia bekannt. Nach seiner Behauptungwurde er durch daS so genannte Ohr des Dionysius,bey Syrakus in Sicilien, auf die Erfindung desHörrohrs gebracht. Unter dem Ohr deS Dionysiusversieht man die unterirdischen, in Felsen gehauenenKammern und Gänge, besonders eine Grotte beySyrakus, aus welcher ein krummer, oben immer en-gerer Hang in die Höhe, bis in des Dionysius Wohn-zimmer gieng, wodurch er alles hören konnte, wasin den unterirdischen Gängen, deren er sich alsSkaalLgefangnisse bediente, von den Gefangenen ge,redet wurde. Daß sich Dionysius dieser unterirdischenKammern zu Gefängnissen bedient haben kann, istmöglich ; daß aber diese Gänge absichtlich zum Ver-nehmen eüieS Schalls aus der Ferne angelegt wurden.