284 Hufeisen.
In der Folge belegte man die Hufe der Maul-thiere mit eisernen Sohlen c), die wie die Schuhemit Riemen an den Füssen dieser Thiere befestigetwurden. Einige behaupten, daß die Pelethronier,ein Thessalisches Volk, dieses zuerst erfunden hät-ten ä). Die Maulthiere des Nero hatten silbernee), aber die Mauleselinnen seiner Gemahlin Pop-päa goldene Sohlen k).
Gemeiniglich behauptet man , daß das Pferd deSKönigs Childerich in Frankreich, der 481 n. C. G.starb, das erste Hufeisen getragen habe z). Manfand nemlich 16LZ zu Dornick in Childerichs Gra-be ein Stück Eisen, das so sehr vom Rost mürbegemacht worden war, daß es, als man die Na-gcllöcher, deren auf jeder Seite vier waren, vomRost reinigen wollte, in Stücken brach. Man konn-te daher nur einen Theil davon zeichnen lassen;Montfaucon hat indessen doch eine vollständige Ab-bildung davon geliefert und behauptet, daß die gan-ze Gestalt leicht von jenem Theile hätte abgenom-men werden können. Es bleibt aber bey diesenUmständen immer noch etwas unsicher, ob jenesEisen wirklich die Gestalt eines Hufeisens hatteoder nicht N). Die erste sichere Spur eines Huf-eisens kommt unter dem Kaiser Leo im 9. Jahr-hundert vor r). Als Bonifacius, Markgraf vonToscana, um roZ8 seine Braut einhohlte, hattendie Pferde seines GefolgS silberne Hufeisen, diemit silbernen Nageln befestiget waren k). In denGräbern der alten Deutschen und Wenden hat manHufeisen gefunden, deren Alter sich aber nicht be-