Band 
Dritter Theil.
Seite
159
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Kompaß.

lener Stift, «uf welchem eine eiserne oder stählerne,mit Magnet bestochene und dadurch magnetisch ge-machte, Nadel schwebt, die man mit einem Glase be-deckt, an dessen Rande ein Zirkel von Messing ange-bracht wird, der in ZÜo Theile abgetheilt ist. Da dieMagnetnadel beständig nach Norden zu zeiget: sodient ste, um an unbekannten Orten, besonders aufdem Meere, die vier Wcltgcgendcn zu finden, wieauch zu erfahren, unter welchem Grade sich ein Schiffauf dem Meere befindet um den Lauf des Schiffsdarnach einzurichten. Ist der Kompaß mit Diopternversehen und auf ein Stativ gesetzt: so dient er auchzum Fcldmesscn und wird Boussole genannt.

Ehe man einen Kompaß verfertigen konnte, mußteman also erst wissen, daß sich der Magnet von selbstnach Norden wende und diese Eigenschaft auch demEisen mittheile; dann konnte noch immer eine gerau-me Zeit verstreichen, ehe man diese Entdeckung zumBesten der Schifffahrt anwandte.

Einige haben vermuthet, daß die Phönizier, alsdie berühmteste Seefahrende Nation des Alterthums,schon einige Kenntniß des Kompasses gehabt habenmüßten und daß derselbe wohl schon zu den Zeitendes Salomo bekannt gewesen seyn könne; allein dieSeereisen der Phönizier machten dieses nicht nolhwcii.dig, weil sie sich nicht auf die offene See wagten, son-dern, wie andere Nationen des Alterthums, nur anden Küsten hinfuhren. Da sie also das Land, wenig-stens mit Vorsatz nie, aus den Augen vcrlcrcn: sokonnten sie den Kompaß immer noch entbehren (sSchifffahrt).