Band 
Dritter Theil.
Seite
160
JPEG-Download
 

rüa Kompaß.

Etwas mehr Schein hat die Meynung, daß derKompaß eine Erfindung der Chineser sey. Der Je-suit Martini behauptet, daß dieses Werkzeug den Chi-nesern vor mehr als zooo Jahren a), nach andern vor2800 Jahren b), oder gar 2000 Jahre vor ChristiGeburt schon bekannt gewesen sey c); allein die Be-weise für diese Meynung klingen ziemlich fabelhaft.Die erste Spur des Kompasses will man in folgenderFabel der Chineser finden: unter dem dritten chinesi-schen Kayser, Hoang-ti, 2706 Jahr v. C. G., rcbel-lirte Tchi-yeou, der die Macht hatte, die dicksten Fin-sternisse und Nebel zu erregen, so daß ihn Hoang-tilange nicht anzugreifen und zu überwinden wußte.Endlich gelangte aber Hoang ti doch zu seinem Zweck;indem er einen Wagen machte, aufdem ein Bild stand,das feinen Arm von selbst beständig gegen Mittag dre-hete, um die vier Weltgegenden zu bestimmen <l). Deut-licher wäre folgende Spur, wenn man nur ihre Wahr-heit sicher verbürgen könnte: Ching, oder Chim-Vam,-er zweyte König in China, aus dem Hause Chcu,der vor Christi Geburt H.n. 1070 zur Regierung kam,schenkte dem Ambaffadeur von Cochinchina eine künst-liche Maschine, die sich von selbst bewegte und einensowohl zu Wasser als zu Lande sicher führte. Sienannten sie in ihrer Sprache Chinan, welches nochjetzt bey den Chinefern einen Kompaß bedeutet *).

Andere melden noch, daß die Chineser den See-kompaß im Jahr 806 vollkommener machten s); wo-mit man es aber beweisen will; weiß ich nicht.

Diejenigen, welche den Kompaß für eine Erfin-dung der Chineser halten, stützen sich hauptsächlich

darauf.