Kompaß. r6§
ren Spuren vom Kompasse erhellet deutlich, daßGioia denselben nicht zuerst erfunden haben kaun, ob-gleich die meisten Stimmen für diese Meynung find6). Einige nennen ihn Johann Goja, Gioia oderGira; allein Hiacinto Gimina Zß) und GregoriusGrimaldi üb), ein Neapolitaner, haben dargethan,daß er Flavio Gioia hieß, aus Amalphi oder Meist,einer neapolitanischen Stadt in der Provinz Princi-pato citra abstamme, um das Jahr t.zoo, wo er alsein erfahrner Seemann bekannt war, den Kompaßerfunden habe. Nach andern war er ein gebohrnerPaduancr und lebte nachher nur zu Meist. Die Ge-schichte seiner Erfindung wird folgcndermassen erzäh-let r Flavio Gioia hörte von den sonderbaren Eigen-schaften des Magneten, welches ihn bewog. Versu-che damit zu machen, durch die er zufälliger Weisedie Pole bes Magneten entdeckte, diese Entdeckungauf die Schifffahrt angewandt und auf solche Artden Kompaß erfunden habe, denn er durch wieder-holte Versuche zur Vollkommenheit brachte. Um nunzu zeigen, daß der Kompaß von einem neapolitani-schen Unterthanen erfunden worden sey, deren Königedamals aus dem französischen Hause der Grafenvon Anjou waren, bezeichnete er Mitternacht mit derfranzösischen Lilie >i), welches letztere sich jedoch auchdie Franzosen zueignen kk) Da er nicht der ersteErfinder des Kompasses seyn kann, beweisen die frü-heren Spuren von diesem Werkzeuge; doch möchteich ihm auch nicht, wie einige thun, alles Verdienstdarum absprechen, sondern lieber mit dem Trombel-li und andern II) annehmen, daß Gioia den Kom-