246 Kupferstrcherkunst.
Familie Ardaburia, der 1769 dey Orbiteklo gefundenund, nach des H>'rrn Bracci Vermuthung, zu Anfan-ge des fünften Jahrhunderts zu Ravcnna gemacht wur-de. Man hak auch noch eine incruflirte Prcsentirschaa-le von Erz aus den Zeilen der Ankoninen. Auch in denmittlern Zeiten wurde diese Kunst fortgetrieben, dennman findet unter den Reliquien in der Schloßkirche zuHannover, die vom Heinrich dem Löwen ('s«19.5)herrühren, auk dem Deckel eines silbernen Sacrament-hauschens, unter dem Bilde des Heilands von getrie-bener Arbeit, die Maria in Silber gestochen. Da esnun historisch gegründet ist, daß die ersten Kupferste-cher in allen Landern fast immer nur gelernte Gold-und Silverarbciter waren, die sich mit dem Silbersic.chen beschäftigten: so ist es lehr wahrscheinlich, daß dieSilberfiecherkunst zur Erfindung des Kupferstechern) dieerste Veranlassung gab, welches von Italien wenigstenskeinem Zweifel unterworfen ist, wie die weiter untenfolgende Geschichte des Finigucrra beweiset. Die Deut-schen wurden aber nicht durch das Silberstechen alleinsondern vorzüglich durch die von hölzernen Tafeln ab-gedruckte Bilder, die wir Holzschnitte nennen und diebereits erfunden waren, auf das Abdrucken der Bildervon Kupferplatten, oder auf die Kupferstechcrkunst ge-leitet. Der älteste Holzschnitt mit einer Jahrzahl istvom Jahr 142z; man kann aber nicht annehmen, daßdieser gerade das erste Produkt dieser Kunst sev, son-dern es ist wahrscheinlich, daß man viel früher Holz-schnitte verfertigte, die aber vcrlohrcn gicngen; sieheHolzschnitt. Eden so ging es mit den Kupferstichen inDeutschland, die ältesten giengen theils verkehren.