Band 
Dritter Theil.
Seite
258
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2L§ Kupferstecherkunst.

Natalis oder Nocl Garnier, der nach den Zeich-nungen des Johann Cousin stach und auch ein Blattvon Albert Dürer copirte, woraus man schliessen will,daß er zu Dürers Zeit gelebt habe, wird für einender ältesten bekannten Kupferstecher in Frankreich ge-halten

Etienne de Laulne brachte im r6. Jahrhundertedie Kunst, Landkarten in Kupfer zu stechen, zuerstnach Paris, worin ihm Tavernicr iF/L nachfolgte.

Jacob Callvt (geb. zu Nancy iFy4 ch 16ZL)brachte zuerst den harten Aetzgrund in Frankreich inUebung und seine Kupferstiche waren so meisterhaft,daß er in Frankreich Epoche machte rr).

Den einfachen Stich, da man die Gegenständedurch einzige Linie ausdrückt, die allzeit schnecken-förmig herumgeht und nach Beschaffenheit der Din-ge, die man abbilden will, bald stark, bald zart ge-stochen wird, erfand Claudius Mclan, geb. zu Ab.beville iL94 1 ° zu Paris 1688. Sein schönstes Stückist ein mit Dornen gekröntes Antlitz des Heilandes.Die einfache Schraffirung fängt bey der Spitze derNase an, geht immer in der Runde herum und sodurch alle Gcsichtszüge hindurch 55).

Robert Nantcuil (geb. zu Rheims 16^0 s- 1678)war der erste, der seinen gestochnen Portraiten ver-mittelst länglichter Punkte, mit denen er seine Kö-pfe bis auf das helleste Licht überarbeitete, ein gu-tes Ansehen gab und die verschiedenen Stoffe wohlzu verarbeiten wußte rr).