Band 
Dritter Theil.
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266
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266 Kupferstccherkunst.

cher abdrucken könne, je nachdem man die Exempla-re davon brauche, wobey man nicht nöthig habe,sie von neuem setzen zu lassen (s. Buchdruckcrkunft).Diese Nachricht ist zu kurz und zu unbestimmt, alsdaß man das Verfahren des Hrn. Hossmanns dar-aus errathen könne; vielleicht ists mit der Kunstdes Le Prince einerley, vielleicht ist auch die Nach-richt des Hrn. Hossmanns so zu verstehen, daß dieVervielfältigung der Exemplare nicht vermittelst derKupferplatten, sondern gleich von einem Kupferab-drucke oder Kupferstiche geschieht, welches freylichweit auffallender ist. Indessen ist diese Erfindungkeinesweges neu, denn Borelli lehrte schon, voneinem Kupferabdrucke wieder einen andern Abdruckzu machen , ohne dadurch dem Original einigenSchaden zuzufügen. Man nimmt nähmlich Eisen-asche und lebendigen Kalk zu gleichen Theilen, halbsoviel venedische Seife und kocht eine Lauge dar-aus ; mit dieser bestreichet man, vermittelst einerFeder, den Kupferstich, legt ein Blatt Papier dar-auf und läßt es durch die Kupferdruckerpresse ge-hen

Zu Kirchers Zeit wurden auch in FrankreichKupferstiche erfunden, die ohne Pinsel und ohneFarben gemahlt oder illuminirt waren. Es wur-den nähmlich keine wirklichen Farben dazu genom-men, daher man sie auch Kupferstiche mit chimäri-schen Farben nannte, die bald sichtbar wurden,bald verschwanden, je nachdem man den Kupfer-stich gegen das Licht hielt. Abends bey Lichte undauch am Lage, wenn die Sonne nicht schien, fa-