Laberinkh. 28 Z
Herodot, Diodor n) und Plinius beschrieben haben.Ueber die Absicht dieses Gebäudes hat man verschiede-ne Muthmaßungen geäusscrt; Diodor hält es für dasGrab des Moeris, andere glauben, es sey eine sym-bolische Vorstellung der Thierkreises, der durch die 12Paläste angedeutet würde, und des Sonnenlaufs, aufwelchen die krummen Gänge zielten; noch andere hal-len eS für ein Sinnbild von dem Gange der menschli-chen Schicksale. Einige machen eS auch zur Residenzder egyptischen Könige, wie denn besonders der KönigMothärudes darin gewohnt haben soll b).
Plinius c) und Pomponius Melaä) erzählen, daßPsamniitichus, der 640 Jahr vor Christi Geburt inEgyplcn regierte, dieses Labyrinth erbauet habe; Hc-rvdots) hält es aber für ein gemeinschaftliches Werkmehrerer egyptischcr Könige, welche Meinung wohlden Vorzug verdient, weil sich hiedurch, wie man gleichsehen wird, ein Anachronismus heben läßt.
Das zweyte Labyrinth war das zu Gnossus, derHauptstadt in Creta, welches, nach der einstimmigenErzählung der Alten, von dem Athenienser Dädalus,angelegt wurde, der das Muster dazu von den egypti-schen Labyrinth nahm, aber nur den hundertsten Theildieses Plans ausführtex). Wenn man nun mit demPlinius und Pomponius Mela annimmt, daß erstPsammitichus, der 640 Jahr vor Christi Geburt oderZz4z n. E. d. W. regierte, das egyptische Labyrinthcrbauete, wie konnte da Dädalus, der auf 600 Jahrefrüher als Psammitichus lebte, vom egyptischen Laby-rinth das Muster zu dem von Creta nehmen? DieserAnachronismus bewog den Goguetb) die Erzählung