Z04 Landstrasscn.
Landstrassen, Hecrstrassen mußten sowohl we-gen des Handels, als auch wegen des Kriegs und dermit beyden so nothwendig verbundnen Reisen, sehr früh-zeitig angelegt werden. Diodor von Sicilien erzählt,daß Semiramis, die 2uZg oder 2090 n. E. d. 2 b.starb, durch ihr ganzes so weitläufiges Reich Strassenangelegt haben). Ein älteres Beyspiel von Anlegungder Strassen finden wir zwar in der Geschichte nicht ,es ist aber wahrscheinlich, daß das Daseyn der Stras-sen noch über die Zeilen der Semiramis hinausgehe.
Nach der Bchanptung der Chineser sind die Land-strassen bey ihnen ebenfalls sehr alt, denn sie erzählen,daß schon ihr Kayser Chao-hao, der in den fabelhaf-ten Zeilen lebte, die Wege eben machen ließ, um aufdie Berge zu kommen b).
Bey den Griechen war bekanntlich Hermes oderMerkur, der Götterbote, der Schutzgott der Land-strassen, daher man auch seine Säulen welche vier-eckigt waren, nur einen Kopf, aber weder Arme nochFüsse hatten und Hermä genannt wurden, auf dieKreuzwege setzte c). Uebrigens wird auch nochApollo ein Gott der Wegecl) und Diana eine Göt-tinn der Wege bey ihnen genannt e). Bey denThebanern machte die Aufsicht über die Wege einbesonderes Amt aus, welches aber bey ihnen etwasverächtlich war und einst dem Epaminondas (umZ620) aufgetragen wurde, um ihn dadurch zu krän-ken; allein dieser verwaltete eS mit solcher Ge-schicklichkeit, daß es seit seiner Zeit ein Ehrenamtwurdet).
Die