Band 
Dritter Theil.
Seite
316
JPEG-Download
 

Zi6 Lehn.

wird der Lehnsherr genannt; der andere, der denNießbrauch des Gutes hat, und dafür gcwiße Dien-ste leistet, heißt der Lehnsmann, oder Vasall. DasWort keuäum, oder Lehn, kommt zuerst im yrenJahrhunderte, in dem Testamente des Alfred, einesKönigs der Angelsachsen, vor n).

Zur Absicht dieser Schrift ists genug, die ver-schiednen Meynungen vom Ursprünge des Lehen kürz-lich anzuführen und solche der Prüfung anderer zuüberlassen.

Nicllius b) und Stryck c), leiten die Lehen fastvom Anfange der Welt, wenigstens von der Zeitdes Noah, her und aus einer Stelle im ersten BucheMosis ä), will man schlicsscn, daß die Könige vonSodom Lehnsleute des Königs Kedor Laomar ge-wesen, weil von jenen gesagt wird, daß sie unterdiesem gewesen waren. Eben so will man den Ze-dekiaS zu einem Vasallen des Nebucadnezars ma-chen e), und Herodes soll gar das jüdische Land vonden Römern zu Lehn gehabt haben. DaS Unrich-tige dieser Behauptung fallt leicht in die Auge».Die Egypticr halten den Sesostris für den Erfin-der der Lehne 5) und, nach Joachim Meyers Be-hauptung, sollen sie auch die Scythen gekannt ha-ben, welche solche den Hindostanern und Türkenmittheilten x). Gewisse Ländereyen der Türken,welche sie Timar nennen, haben mit den Lehen ei-nige Aehnlichkeit k); man halt sie aber mehr fürsolche Leneücia, oder milina;, von denen KaiserConstantin Prophyrogeneta ein noch vorhandenesGesetz gegeben und glaubt, daß die Türken die grie-chischen Kaiser darin nur nachgeahmt haben. Auch