Band 
Dritter Theil.
Seite
367
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Luflarken. §67

befände und Boyle, der mehrere Luftarlen durch dieKunst entwickelte, machte am iLten März 1664 schonseine Versuche über die Luft bekannt, unter denen sicheine künstliche Luft befand, die er aus zcrstossenen undin destillieren Weinessig geschütteten Korallen und Au-sterschaalen erzeugte. Black fand i/zü, daß sich dieseLuftart aus allen kalkartigen und laugcnartigen Kör-pern entwickeln lasse.

Zur Entdeckung der phlogistisirten oder verdorbe-nen Luft, die weder respirable, noch mit dem Wassermischbar ist, arbeitete Boyle vor, der zuerst die Ver.Minderung der gemeinen Luft durchs Athmen unddurch die Verbrennung entdeckte, welches er für eineSchwächung der Elasticität der Luft hielt. AuchMayow und Hales machten Versuche über die Ver-minderung der gemeinen Luft und doch hat man erstdurch Priestley die Eigenschaften der phlogistisirtenLuft genauer kennen gelernt.

Von der dephlogistisirten oder reinen Luft findensich schon in den Werken des O. Mayow vorn Jahr1674 einige dunkle Spuren, in denen von einem rei-neren Bestandtheile der gemeinen Luft die Rede ist.Priestley erhielt am isten August 1774 die dephlogi-stisirte Luft zum erstenmale auS trockenem der Wärmeausgefegten Salpeter. Ohne hiervon etwas zu wis-sen, brachte sie Scheele fast um eben diese Zeit her-vor und machte sie 1777 bekannt. Der Abt Fontanabemerkte zuerst, daß einige Wasserinsecten eine unge-heure Menge dephlogistisirter Luft entwickeln a) undder Abt de Wilry erfand eine leichtere Methode, dieseLuftart zu entwickeln d).