Band 
Dritter Theil.
Seite
381
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Luslfchiffkunst. Z8r

weil man es in unsern Tagen versucht hat, sie miteinigen Abänderungen zu realisiren. Der König Mi-noS zu Creta ließ den DädaluS und dessen SohnJcarus, die um 27L» lebten, in einen Thurm,nach andern aber in Las Labyrinth zu Creta einsper-ren ; hier bekamen die Künstler Wachs, worausDädaluS sich und seinem Sohne Flüge! machte, durchderen Hülfe beyde davon flogen. JcaruL nähere sich,seines ValerS Befehl zuwider, der Sonne zu sehr ,seine Flügel schmolzen, er stürzte ins Meer und er-trank. DädaluS aber kam glücklich nach Sicilicn,nach andern aber zuerst nach Sardinien, wo er demApoll einen Tempel bauete, ihm seine Flügel wid-mete und seine ganze Geschichte an die Thüren deSTempels malle 2). Man mcynt, daß unter demBilde der wächsernen Flügel die Segel zu verstehenwären, dir DädaluS erfand, um damit seine Fluchtvon Creta zu beschleunigen; dem sey wie ihm wol-le; genug, man sieht aus dieser Geschichte, daß denAlten der Gedanke von Beschiffung der Luft wenig-stens nicht ganz fremd war.

Um Z6zo n. E. d. W. verfcrligle Archytas vonTarent eine Taube von Holz, von welcher AulusGelliuS d) erzählt, daß sie durch mechanische Kraftund einen eingcschlossnen Geist habe fliegen können.Andere übersetzen durch einen eingeschlossenen Hau ch,worunter sie die darin verschlvssnc Luf-t verstehen undhier die ganze Methode der jetzigen aerostatischenKunst zu finden glauben, ohne sich durch die Schwie-rigkeiten, auf welche man dcy dieser Auslegung stö-ßet, irre machen zu lassen. BiS jetzt hat noch nie-mand dieses Kunststück deS Archytas erklären können;