Band 
Fünfter Theil.
Seite
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»oo Perücke.

Perücke ist eine aus fremden Haaren verfer-tigte Kopfbedeckung, die schon, obgleich unter ganzanderer Form, in den ältesten Zeiten gebräuchlichwar. Das schone Geschlecht bediente sich schon sehrfrühzeitig der falschen Haare, wovon man selbst inden fabelhaften Zeiten eine Spur findet. Die Pal-,las band nähmlich falsche Haare, die grau waren,an ihre Schläfe, als sie sich in ein altes Weibverstellte und zur Arachne ging a).

Die Hebräer, Perser, Meder, Lycier, Grie-chen und Römer vermengten sogar Menschenhaaremit Ziegenhaaren, und mit den Haaren andererThiere, und bildeten daraus eine Art von Perü-cken, fast wie die unsrigen.

Die älteste Perücke, oder wenigstens eine Kopf-bedeckung von fremden Haaren, ist diejenige, wel-che Michal, Davids Weib (zwischen 2916 und2926) aus Ziegenhaaren machte, die im Morgen-lande meistens schwarz oder schmarzbraun, also denMenfchenhaaren an Farbe ähnlich sind, und solcheden Götzenbild aufsetzte, wodurch sie Sauls Abge-sandten täuschte, welche den David todten sollten b).Schon D. Braun erklärte in seinem Trackat, vondem Habit des Hohenpriesters, jenes Ziegenfelldurch eine aus Ziegenhaaren gemachte Perücke; erwill auch so gar das Wort Perücke von dem he-bräischen Worte Perich ableiten c).

Daß die Perser fremde Haare,

trugen, ist aus dem Fenophon bekannt,welcher erzählt, daß Astyages (der von der 40stenbis zur FL. Olympiade oder vom Jahr der Stadt