Band 
Fünfter Theil.
Seite
105
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Perücke.

Die Teutschen, die schon, längst einen besonnder» Geschmack an den französischen Moden gefun-den hatten, ahmten auch diese gar zeitig nach.

Im Brandenburgischcn kamen die Perücken lin-ker dem Kurfürst Friedrich Wilhelm (f 1688) aufp). 3 m Jahr 16^8, nach andern 1701 wurde dieVeruckenstcuer von Friedrich I. im Brandenburgi-schen eingeführt, worüber ein eigener Paruckenin-spector angestellt wurde, die aber unter seinem Nach-folger 1717 wieder abgeschafft wurdest Die erstePeruckenmacher - Innung zu Berlin, welche für dieganze Mark Brandenburg galt, wurde 1716 errich-tet, und die Hrdnung derselben vorn König bestä-tigt r). Es ist also falsch, wenn man sagt, diePcruckcnmacher hätten im Preußischen das Jnnungs-Privilegium erst 17^2 erhalten, oder es mußte die-ses bloß vom Königreich Preussen gelten.

Die Beutelpcrucken sind die neuesten, und ka-men unter der Regentschaft des Herzogs von Or-leans auf, die »716 anging; man nannte daherdiese Perücken ?srugue; ä la reines s).

Vor dem Kaiser Karl VI, der von -71» bis»740 regierte, durfte man sich nicht ohne Perückemit zwey Zöpfen sehen lassen r).

Die Zwirnperuckcn, deren Frisur aus feinemweissem Zwirne gemacht ist, und selten oder nie er-neuert zu werden braucht, wurden um 1778 voneinem Perückenmacher in Wien erfunden. Einefür den Sommer wog 9 Loth, und eine für denWinter eils Loch u,..