Philosophie.
tor, die nichts an des Plato Lehre änderten, mitdenen aber die alte Akademie aufhörte. Plato hattezweyerley Welrcn, nähmlich die wahre und wahr-scheinliche, behauptet; die letztere leugnete Zeno,welches Veranlassung gab, daß Arcesilaus, der inder »so. Olympiade, um das Jahr 4^4 n. R. Erb.oder 298 Jahre vor Christi Geburt lebte, die mitt-lere oder zweyte Akademie stiftete, und wider denZeno, den Satz, daß nichts in der Welt wahr undgewiß sey, behauptete. Eben dieses lehrten seineNachfolger Lacydes, Evander und Hegesinus. End-lich kam Carneadcs von Cyrene, der im vierten Jah-re der 162. Olympiade starb, welcher die Meinungdes Arcesilaus, jedoch mit einiger Veränderung, er-neuerte, indem er zwar einräumte, daß es Wahr-heiten gebe, aber doch leugnete, daß man sich vonihnen überzeugen könnte. So gab er auch zu, daßetwas wahrscheinlich oder unwahrscheinlich seyn kön-ne, aber der Mensch könne nur nicht bestimmen, obeine bestimmte Sache wahrscheinlich sey vder nicht.Ihm folgte Clitomachus. Nach einigen sollen Phi-lo und Charmidas die vierte, AntiochuS aber, einSchüler des Philo, die fünfte Akademie gestiftet ha-ben. Zu den Zeiten der Kaiser waren noch Plon-tinus, Proclus und Mazstmus Tyrius als Platoni.ker berühmt.
Ein anderer Schüler des Socrates, RahmensAntisthenes, stiftete die cynische Secte; er bestrebtesich, die Geduld und Herzhaftigkeit des Socratesanzunehmen pp), und behauptete, man müsse derNatur folgen, welchen Satz seine Nachfolger iniß-
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