162 Philosophie.
schaftlich, daher rechnet man auch von ihrer Zeit
an das Jünglingsalter der Philosophie.
Plato, gebohren zu Athen in der 8«: Olym-piade, gestorben Z48 Jahre vor Christi Geburt,8i Jahre alt, war ein Schüler des Socrates undCratylus, erweiterte aber auch seine Kenntnisse inEgyvten, lehrte hernach in Sicilien, und ging vonda nach Athen, wo er in einer Vorstadt von Atheneinen Garten von dem Akademus kaufte, und da-selbst eine Schule stiftete, die er, nach dem vori-gen Besitzer des Gartens, die Akademie nannte,daher seine Seele die Akademische, oder auch diePlatonische genannt wurde. Plato, der nebst sei-nen Anhängern, den Akademikern, die Lehren desSocrates unmittelbar sammelte, theilte die Philo-sophie zuerst in rationalem, nsturalem und moralemein, oder in clialecticam, tkeorsticam und practi»cam, er führte ferner die Lehre von den Ideen ein,legte den Grund zu der Lehre von den Erklärungen,Eintheilungen, Sätzen und Schlüssen mm) , undlehrte, daß es nur zwcyerley Arten der Dinge gä-be, einige, die nur mit den Sinnen empfunden,andere aber, die nur mit dem Verstände begriffenwürden; jene erkenne man nur wahrscheinlich, die-se aber gewiß. Man zählt mehrere Akademien,nähmlich die alte, mittlere und neue, wozu einigenoch die vierte und fünfte rechnen. Die alte Aka-demie stiftete Plato, worinne ihm sein Enkel Spcu-stppus von Athen, der die Philosophie zuerst fürGeld lehrte nn), und Lenocrates nachfolgten, diesich aber doch schon in zwey Seelen theilten oo).Dem Tenocrates folgten Polcmo, Erstes und Cran-