Phosphorus. i87
Bomare vermuthete zuerst, daß viele Körperleuchtend erscheinen würden, wenn man sie einigeZeit dem Sonnenlicht aussetzte, ihre Strahlen cin-zusaugen, und dann erst an dunkle Derter brächte g).
Die chymischen Untersuchungen lehren, daß dievorzüglichsten Lichtsauger aus einer Säure, einertzrde und Phlogiston bestehen,
Der Harnphosphorus ist ein chymisches Pro,dukt, eigentlich ein unvollkommener Schwefel, dergeneigt ist, sich selbst aufzulösen, und so, daß erdurch bloße Berührung der Lust Feuer sängt, Daß-cr schon dem Jsaac Holland und seinem Sohne Jo-hann Jsaac Holland bekannt gewesen und von ih-nen am Ende des >6ten Jahrhunderts unter demNahmen des vestalischen Feuers beschrieben wordenseyn soll, dafür hat man keinen hinlänglichen Be-weis. Die sicheren historischen Umstände, die manvon der Erfindung des Harnphosphorus weiß, sindfolgende: Kunkel hatte eine Spur zur Verfertigungdes Steins der weisen mit Hülfe des Harns ange-geben, welche ein verunglückter hamburgischer Kauf-mann und Chemikus, Nahmens Brandt, verfolgte,um Gold im Harne zu suchen, aber dafür im Jah-re 1669, oder wie Lcibnitz will h), um 1677-,durch Zufall den Harnphosphorus entdeckte, derauch Brandts Phosphorus genannt wird. Brandttheilte dieses Geheimniß einem gewissen Dr. Kraftin Dresden mit, aber keiner von beyden wollte esKunkeln entdecken. Brandt starb und Kraft rcisete^679 «ach England, um seinen PhoSphorus dem