Roman. 421
in dieser Sprache ab, daher ihre Werke von dieserSprache den Nahmen Romane erhielten a).
Man findet schon Romane bey den Griechen.Den ältesten griechischen Roman fihxieb Hcliodorus,ein Phönizier und Bischof zu Tricca in Thessalien,der im vierten Jahrhundert lebte; sein Roman führ-te den Titel ^erlnopica und enthielt die Liebcsgc-schichte des Theagencs und der Chariklea. Die Ro-mane wurden bey den Griechen milesische Fabelngenannt, und man hat dergleichen noch voin Achil-les Tatius, vorn Eustathius, der in einigen Ma-nuskripten Eumathius genannt wird , ferner vonLongus, Chariton u. a. m. b).
Die neueren Romane kamen im neunten Jahr-hundert in Frankreich unter Karl dem Großen auf,führten aber noch nicht den Titel der Romane. Siesollen aus den Gesängen auf die Schlachten undEroberungen der alten französischen Könige entstan-den seyn c). Turpin, der Erzbischof zu Rheims,der im yten Jahrhundert zur Zeit Karls des Gro-ßen lebte, hat die Heldcngeschichtc Karls des Gro-ßen und Rolands nach Art eines Romans beschrie-ben. Der Pabst Caliz't II. hielt diese Schrift fürächt, aber einige haben behauptet, sie sey ein er-dichteter Roman, der dem Turpin von einem imi i ten oder i2ten Jahrhundert lebenden Schriftstel-ler untergeschoben sey ä). Hierauf thaten sich be-sonders in der Provence sinnreiche Köpfe hervor ,die einander in Romanen zu übertreffen suchten.Mailrc Eustache, auch Huistace und Wistace ge-