Band 
Sechster Theil.
Seite
58
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§8 Schachspiel.

schreiben die Erfindung desselben einem indianischenBrammen, zu Anfang des fünften Jahrhunderts,Nahmens Zezch Eben Daher zu, den die AraberSeffa oder Sissa Ebn Dahir nennen, welcher denjungen König Behub oder Behram dadurch unter-richten wollte m). Weichmann fand zuerst, daß dasWort Schach aus der persischen Sprache herkomme,wo es einen König bedeute, und übersetzte alsoSchachspiel durch Königsspicl, welchen Nahmen dasSpiel von seiner Hauptperson, nähmlich von demKönig erhalten haue u). Die Perser theilten diesesSpiel den Arabern mit, und durch diese kam es nachSpanien. Einige haben gemeint, daß man diesesSpiel vor den Kreuzzügen nicht in Europa gekannthabe; allein der erste Krcuzzug fällt ins Jahr i oyüund in England kam das Schachspiel schon zur ZeitWilhelms des Eroberers (> vZZ), also vor den Kreuz-zügen auf c>). Das ist aber nicht zu leugnen, daßes zur Zeit der Krcuzzüge, besonders im ixten Jahr-hundert, erst durch die Araber in Europa bekannterwurde, und besonders auch nach Italien kam, woes etwas von seinem Eingenthümlichen verlor, in-dem die Jtaliäner den General (Ferz) sehr un-geschickt in eine Königinn, den Elephanten ineinen Thurm oder Ca stell, zur Sicherheit desKöniges, und den Läufer in einen Narren ver-wandelten , weil damahls die Hofnarren immer zu-nächst um die Könige waren. Die ersten abendlän-dischen Schriftsteller, die des Schachspiels gedenken,find die Verfasser der teutschen poetischen Rillerro-mane von der Tafelrunde, zu deren Zeit daö Schach-spiel an den Hefen der Großen bekannt war x).