Band 
Sechster Theil.
Seite
85
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Schauspiel. 8Z

Die erste wichtige Epoche der griechischen Trauer-spiele fällt in die Lo Jahre, die auf den Feldzug desTeiles folgten, wo sich Aeschylus von Athen, derim Jahre der Welt Z494 mit in der Schlacht beyMarathon war, und also 489 Jahre vor Christi Geburtlebte, als der älteste griechische Tragödienschreiber,von dem noch etwas auf unsere Zeiten gekommenist, hervorthat. Fabricius hat allein von seinen ver-loren gegangenen Stücken 96 nahmhaft gemacht, abersieben Stücke von ihm sind noch auf unsere Zeiten ge-kommen. Aeschylus führte den ernsthaften tragischenStyl in den Schauspielen ein, und entzog die Mord-thaten den Augen des Volks a). Er verbesserte denBau und die Auszicrung der Schaubühne; vor sei-ner Zeit hatte man erst ein Theater von Baumreis-scrn; nachher bauete man Hütten mit verschiedenenAbtheilungen; aber AeschyluS ließ zuerst eine unbe-wegliche prächtige Schaubühne bauen, die auf einemmäßig erhabenen Gerüste stand 0). Vikruv meldetim siebenten Buche seiner Baukunst, daß es Agarhar-guS war, der dem Aeschyllus zuerst eine solcheSchaubühne in Athen bauen mußte. Er erfand De-korationen , ließ die wahren Oerter der Scenendurch Gemälde und Maschinen nachahmen, ließ Al-täre, Grabmähler, Gespenster, Furien, denen erstatt der Haare Schlangen gab, und Trompetenauf der Schaubühne erscheinen. Für die Acteursführte er Larven oder Masken p), lange schleppen-de Kleider, und Halbstiefeln mit hohen Absätzen, dieman Cothurnen nannte, ein. Aristoteles sagt, daßer der Person des Lhespis noch eine beygefügt, daßer eine erste Rolle, erfunden, und