§2 Schauspiel. ,
wie Aristoteles sagt, zur Komödie Gelegenheit ga-ben. Wahrscheinlich waren schon diese Lieder ausdem Stegreife gemachte Spöttereyen über die Thor-heiten anderer. Um das Fest ergötzender zu machen,wurden diese Lieder durch lustige Schwanke und Er-zählungen unterbrochen nn), die bald in persönlicheSatyren ausarteten, die vielleicht Knechte, der Frey-heil des Festes zufolge, gegen ihre Herren vorbrach-ten. .Daß diese Lustspiele satyrischen Inhalts waren,daran kann man so viel weniger zweifeln, da dieförmliche Komödie der Griechen anfangs bloß Per-sonalsatyren zum Grunde hatte; auch waren in vielspäteren Zeiten die Bacchusfcste noch mit ausgelas-senen Spöttereyen verbunden oc>). Jene phallischeLieder sammt den dazwischen eingefchobenen lustigenErzählungen oder Vorstellungen mancher Begeben-heiten des Bacchus, an deren Stelle man nachherSchwänke und Spöttereyen über die Thorheiten an-derer Menschen setzte, machten das satyrische Dramader Griechen aus, welches die älteste und erste Gat-tung des Lustspiels in Griechenland ist, wenn mandas Lustspiel im weitesten Umfange nimmt. Einunterscheidender Charakter desselben ist dieser, daßdie darstellenden Personen nicht sowohl über sich,als vielmehr durch sich und nur über andere Lachenerwecken wollten.
Die zwischen jene Lieder eingeschobcnc Vorstel-lungen, Schwänke und Spöttereyen fanden Beyfall,daher dachten andere der Sache weiter nach undwählten solche Handlungen dazu, die nach und nachzu den rcgelmäffigen Vorstellungen auf der Schau-bühne Gelegenheit gaben. So entwickelte sich aus